In vielen Teilen Stuttgarts sind die Car2Go-Smarts bereits unterwegs. Foto: Zweygarth

Der Stadtteil gehört nicht zum Car2Go-Geschäftsgebiet, es gibt auch keine Ladesäule.

Rotenberg - Seit Ende November fahren die blau-weißen Elektro-Smarts der Daimler-Tochter Car2Go durch Stuttgart – allerdings nicht durch die ganze Landeshauptstadt. In Rotenberg gibt es bislang weder eine Ladestation für die Fahrzeuge, noch dürfen die Kleinwagen in dem Untertürkheimer Stadtteil abgestellt werden. Das Carsharing-Angebot sei ein „großstädtisches Mobilitätskonzept“ sagt der Car2Go-Sprecher Andreas Leo. Waldflächen und größere Gewerbegebiete sowie bestimmte Orte an der Peripherie oder dünn besiedelte Gegenden im Stadtgebiet habe man ganz bewusst zunächst aus dem Geschäftsgebiet herausgelassen; und einer dieser Orte sei eben Rotenberg. Der Firmensprecher betont aber, dass Stuttgart gemessen an anderen Car2Go-Städten wie etwa Hamburg oder Berlin „vergleichsweise flächendeckend vertreten sei“. Trotzdem können die Bewohner des oben auf dem Berg, weit von der Untertürkheimer S-Bahn-Station gelegenen Stadtteils die Entscheidung des Mietwagen-Unternehmens nicht verstehen. In der Vorschlagsliste für den Bürgerhaushalt kann man etwa folgenden Eintrag lesen: „Da der letzte Bus bereits um 0.17 Uhr Richtung Rotenberg fährt, wäre die Möglichkeit, ein Leihauto nutzen und abstellen zu können, sehr attraktiv für alle Bürger. Außerdem benötigen die kompakten Smarts wenig Parkfläche. Und es wäre nur fair, wenn jeder Stadtteil, sei er auch noch so klein, die Chance bekommt, einen solchen Service nutzen zu können.“ Der Rotenberger fordert deshalb, dass sein Stadtteil ins Car2Go-Geschäftsgebiet aufgenommen und im Ort auch eine Ladestation aufgestellt wird.

Ein Wunsch, der laut Andreas Leo durchaus erfüllt werden könnte. Es sei gut möglich, dass das Geschäftsgebiet nach einiger Zeit erweitert werde und „es ist nicht ausgeschlossen, dass Rotenberg dann dabei ist“, gerade wenn die Nachfrage in dem Stadtteil so groß sei, sagt der Firmensprecher. In Hamburg habe man das Gebiet gerade zum viertem Mal vergrößert. Bei der für die Ladestationen zuständigen EnBW betont man unterdessen, dass das Fehlen einer solchen Elektrotankstelle in Rotenberg nichts mit dem begrenzten Car2Go-Geschäftsgebiet zu tun habe. Das Aufstellen der Ladestationen erfolge unabhängig von dem Mietautoprojekt, da an den Zapfsäulen auch andere Elektrofahrzeuge aufgetankt werden könnten. Ursprünglich habe die EnBW die Rainstraße 2 in Rotenberg als Standort für eine solche Elektrotankstelle im Auge gehabt, doch das Tiefbauamt habe aus technischen Gründen hierfür kein grünes Licht gegeben. Deshalb suche man nun nach einem Alternativstandort. „Wir sind dran“, sagt die EnBW-Sprecherin Romy Hoffmann. Über Anregungen für mögliche Standorte von Seiten der Anwohner würde man sich durchaus freuen.

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