Eine Million Besucher kamen zum Auftakt des Cannstatter Wasens nach Stuttgart. Foto: dpa

Das Cannstatter Volksfest brummt: Zum Eröffnungswochenende kamen eine Million Besucher auf das Festgelände in Stuttgart. Das allerdings sorgte für riesige Verkehrsprobleme und verstopfte Straßen rund um den Wasen.

Stuttgart - Thomas Engelhardt hat die Verkehrswende vollzogen. Statt mit dem Streifenwagen war der Leiter des Cannstatter Polizeireviers mit dem Fahrrad unterwegs. Eine kluge Wahl, so war er am Wochenende mobil und konnte jederzeit zwischen dem Revier in der Martin-Luther-Straße und der Wasenwache pendeln. Er machte Meter, während die Autofahrer im Stau standen.

Eine Million Menschen sind am ersten Wochenende aufs Volksfest gekommen, schätzt die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart. Zu wenige davon mit Bus und Bahn, zu viele mit dem Auto. Bereits um die Mittagszeit waren samstags und sonntags die offiziellen Parkplätze belegt. Die Folge: Rund um den Wasen ging gar nichts mehr, Bad Cannstatt und Bad Berg waren ein einziger Parkplatz. Zum Ärger der Anwohner quetschten die Wasengäste ihre Fahrzeuge irgendwohin. Zur Not auch auf Grünstreifen und vor Einfahrten. Dabei war der Andrang absehbar, zumal am Samstagnachmittag auch noch der VfB gegen Borussia Mönchengladbach spielte. Doch offenbar gibt es immer noch viele, die glauben, ausgerechnet für sie sei der letzte Parkplatz reserviert.

Dieses Privileg genießt nur, wer mit dem Reisebus anreist. Und das waren so viele wie noch nie, sagt Marcus Christen, Abteilungsleiter von in.Stuttgart. 25 Busse brachten Gladbacher Fans nach Stuttgart, zehn Busse luden VfB-Fans aus dem Lande ab, und gut 400 Busse brachten Besucher aufs Volksfest. „Fürs erste Wochenende ist das ein absoluter Rekord“, sagt Christen, „normalerweise sind das zweite und das dritte Wochenende stärker.“ Dann war nämlich Zahltag und die Geldbeutel sind wieder gefüllt. Doch offenbar hatten die Gäste gespart, für viele war es auch ein Tagesausflug. Busse aus der Schweiz, Belgien, den Niederlande, Luxemburg und Italien steuern heuer den Wasen an, „da zahlt sich unsere Werbung aus“.

Bereits um 9 Uhr die ersten Menschenmengen vor den Eingängen

Den Einheimischen muss man nicht mehr vom Volksfest vorschwärmen. Vor allem die jungen Stuttgarter ziehen den Wasenbummel sogar dem Ausschlafen vor. Bereits um 9 Uhr standen sie in Trauben vor den Eingängen – und leerten erst mal die mitgebrachten Bierflaschen. Um anschließend vor den Zelten der Gebrüder Weeber und von Hans-Peter Grandl anzustehen. Wer früh kommt, fängt nicht den ersten Wurm, aber schnappt sich noch einen der begehrten und nicht bereits reservierten Plätze auf der Bierbank.

Bei den Wirten herrschte folglich eitel Sonnenschein, die Zelte waren am Wochenende voll. Auch schon am Freitag, am Tag der Eröffnung. Wer sich bei den Schaustellern umhörte, bekam Unterschiedliches zu hören. „Am Freitag war auf dem Platz kaum etwas los, das hat sich für uns nicht gelohnt“, hieß es. Dafür entschädigten dann der Samstag und der Sonntag, da kamen auch die Schausteller auf ihre Kosten.

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