Die CDU will eine sichere Betriebserlaubnis für die Villa Lerchenheide. Foto: Iris Frey

Die Kita Lerchenheide hat nur bis 2020 eine Duldung. Die CDU beantragt längerfristige Lösung.

Bda Cannstatt - Zuletzt gab es im Jahr 2014 eine Unsicherheit, was den Fortbestand der Villa Lerchenheide betrifft. Das katholische Waldheim, welches auch seit vielen Jahren eine Kindertagesstätte ist, hat im März 2015, wie berichtet, eine Duldung erhalten. Damit konnte die Einrichtung weiterarbeiten. Der Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) hatte in einer nicht-öffentlichen Sitzung der Duldung der Einrichtung für fünf Jahre zugestimmt. Diese Duldung läuft 2020 aus. Nun fragt die CDU wieder nach und fordert in einem Antrag, die Villa Lerchenheide auf sichere Beine zu stellen.

Die Christdemokraten verweisen in ihrem Antrag darauf, dass die Kita, die während der Sommerferien auch als Waldheim betrieben wird, sich im Landschaftsschutzgebiet befinde und dass der UTA sich mit der Frage bereits im Jahr 2015 wegen einer dauerhaften Betriebserlaubnis beschäftigt hatte. Damals sei eine fünfjährige Duldung ausgesprochen worden, da ein Mangel an Kitaplätzen bestand. Diese Situation habe sich bis heute nicht geändert, so die Christdemokraten. Auch heute würden noch die Kitaplätze der Villa Lerchenheide benötigt. Da die Duldung nur für fünf Jahre ausgesprochen wurde, sei es nun höchste Zeit, zu klären, wie mit der Villa Lerchenheide weiter verfahren werden solle, um ihren Betrieb auch über 2020 hinaus sicher zu stellen. Auch sei es für den Träger wichtig, zu wissen, ob er mit einer Weiterführung des Kitabetriebes rechnen könne.

200 000 Euro in Brandschutz investiert

Die Christdemokraten fragen, wie die Stadtverwaltung mit der Villa Lerchenheide nach Ende der Duldung 2020 hinaus verfahren will und wie sichergestellt werden kann, dass der Kitabetrieb auch über das Jahr 2020 hinaus aufrecht erhalten werden kann. Außerdem wollen sie wissen, wie ein dauerhafter Betrieb langfristig gesichert werden könne. Zuletzt waren mehr als 200 000 Euro in den Brandschutz des Hauses gesteckt worden. Das Genehmigungsproblem ergab sich dadurch, dass die Kita sich im Außenbereich befindet, wo bislang nur ein Waldheim genehmigt ist. Doch seit vielen Jahren ist hier die Kindertagesstätte angesiedelt.

Die integrative Natur- und Tier-Tagesstätte sei ein dort tolles Konzept, besser gehe es nicht, so die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Beate Bulle-Schmid damals. „Ich frage nach, weil ich möchte, dass die Stadt hier rechtzeitig eine Lösung findet, damit die Kita fortbestehen kann“, so Bulle-Schmid. Die CDU-Gemeinderatsfraktion hatte vor vier Jahren bereits einen Antrag zur Kita Lerchenheide gestellt.

An OB Fritz Kuhn gewandt

Auch die Kirchengemeinde Liebfrauen und das Stadtdekanat hatten versucht, eine Schließung der Einrichtung zu verhindern. Damals erklärte Georg Kolb vom Stadtdekanat, dass sich die Kirchengemeinde als Kita-Träger bereits 2014 an OB Fritz Kuhn und die Fraktionen gewandt habe. Mit dem Ziel, die Einrichtung und eine „saubere“ baurechtliche Absicherung für die Einrichtung zu erhalten. Der Kindergarten sei im Jahr 2003 in Betrieb gegangen. Die Kita ist laut Stadtdekanat als „integrative Natur- und Tier-Tagesstätte“ bei Eltern und Kindern sehr beliebt. Seitens des Jugendamts werde die Tagesstätte bei den Betriebs- als auch den Investitionskosten gefördert und sei laut Kirche in der Kindergarten-Bedarfsplanung enthalten. Das Landesjugendamt habe für die Kita Lerchenheide eine unbefristete Betriebserlaubnis erteilt. Nicht geregelt hatte die Stadt in der Vergangenheit die baurechtliche Seite. Zuletzt hatte der gemeinderätliche Ausschuss der Duldung vor vier Jahren zugestimmt und damit das Aus verhindert.

Naturerlebnis

Nicole Höfle vom Stadtdekanat erklärte: „Die katholische Kirche in Stuttgart, insbesondere die Kirchengemeinde Liebfrauen, haben ein großes Interesse daran, die Kita zu erhalten.“ In der Kita werden 35 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren betreut. Der Schwerpunkt liegt auf Erkundung und Erfahrungen mit Natur, was sich bei der Lage im Landschaftsschutzgebiet anbietet. Die Leitung der Kita hat Philipp Gottschlich, der im Sommer auch pädagogischer Leiter im Waldheim ist. Auch die Eltern haben ein großes Interesse, dass die Kindertagesstätte im Ganztagesbetrieb erhalten bleibt.

„Die katholische Kirche hat in den vergangenen Jahren in die Kindertagesstätte investiert und ist grundsätzlich bereit, dies auch künftig zu tun, wenn geklärt ist, dass die Kita weiterbestehen kann“, so Höfle. „Von der Jugendhilfeplanung der Stadt ist die Kitaabteilung des kirchlichen Verwaltungszentrums darüber informiert worden, dass der Bedarf an Kitaplätzen in dem Stadtteil unverändert hoch ist – auch das ein wichtiger Punkt, das kirchliche Engagement in der Lerchenheide weiterzuführen“, so Höfle. Stadtsprecher Martin Thronberens erklärte, er könne nichts zu der Planung der Einrichtung sagen, da müsse sich der Träger äußern.

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