So soll das neue Studentenwohnheim an der Vischerstraße aussehen. Und schon bevor es gebaut ist, ist es bereits verkauft worden. Foto: z

Am östlichen Ende der Vischerstraße in Stuttgart-Vaihingen sollen zwei Studentenwohnheime entstehen. Bei dem ersten geht es in Kürze los, das andere soll später folgen. Dort befinden sich bislang noch das DRK-Heim und eine Fressnapf-Filiale.

Vaihingen - Für viele Studierende läuft derzeit wieder der Wettkampf um bezahlbare Bleiben. Zu Beginn des Sommersemesters ist die heiße Phase etwas weniger schlimm. Zum Start des Wintersemesters aber gibt es regelmäßig Studenten, die erst mal in Turnhallen einquartiert werden. Die Nachfrage nach kleinen, günstigen Wohnungen ist groß, das Angebot jedoch begrenzt. Das Immobilienunternehmen Kapitalpartner Konzept aus Markdorf am Bodensee will deshalb auf zwei gegenüberliegenden Grundstücken an der Vischer­straße zwei Studentenwohnheime bauen.

„Der Bedarf an Studentenwohnungen ist groß“, sagt Jürgen Ramos, Sprecher bei Kapitalpartner. Das Unternehmen realisiert auch in Konstanz, Bremen und Neu-Ulm studentische Wohnprojekte. Die Uni befürwortet das Vorhaben: „Die Universität Stuttgart freut sich über jeden Wohnraum, der neu für Studierende in Stuttgart entsteht. Zu begrüßen ist dabei selbstverständlich auch das Engagement privater Anbieter, insbesondere wenn der neu entstehende Wohnraum für die Zielgruppe der Studierenden finanzierbar bleibt“, sagt Hans-Herwig Geyer, der Pressesprecher der Universität Stuttgart.

Platz für insgesamt 149 Studenten

Auf dem nördlichen Grundstück soll es im Mai losgehen. „Der Bagger steht bereit“, sagt Ramos. Man rechne mit einer Bauzeit von circa eineinhalb Jahren. Entstehen werden dort 143 Bleiben mit 149 Betten, 137 sind Ein-Zimmer-Appartements, die restlichen sind Zwei-Zimmer-Appartements. Die Gesamtwohnfläche beträgt circa 3400 Quadratmeter, verteilt auf fünf Geschosse. In den Appartements gibt es jeweils kleine Küchen und Duschbäder. Den Studierenden steht außerdem ein Gemeinschaftsraum und ein Waschraum zur Verfügung. Da sich immer mehr Studenten ein Auto leisten können, sind auch Parkplätze eingeplant: 43 an der Zahl. Dazu kommen 150 Abstellplätze für Fahrräder. Ursprünglich hätte es schon viel früher los gehen sollen. Aber: „Es gab Verzögerungen, weil auf dem Grundstück Echsen leben. Das musste erst geklärt werden“, erzählt Ramos. Die Baugenehmigung ist nun aber erteilt.

Bei dem südlichen Grundstück ist das Immobilienunternehmen aktuell noch in der Planungsphase, wie Ramos berichtet. „Klar ist bislang lediglich, dass es ein zweites Studentenwohnheim wird“, sagt er. Dies habe nicht von vornherein festgestanden als man das Grundstück erworben habe. Möglich wären auch Büros oder Wohnungen gewesen. Kapitalpartner errichtet das Studentenwohnheim zwar, hat es aber bereits im Juni 2014 an einen Investor weiterverkauft. So finanziert das Immobilienunternehmen den Bau, es ist das Geschäftsmodell. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, und auch die Miethöhe für die Appartements stehe bislang noch nicht fest, heißt es.

Außerordentliche Kündigung für Fressnapf

Leidtragende gibt es aber – wie so oft im Leben – ebenfalls. Das nördliche Grundstück, auf dem es in Kürze losgehen soll, ist zwar eine Brache. Auf dem südlichen Grundstück aber steht noch ein Gebäude, welches das Bereitschaftsheim des Deutschen Roten Kreuzes Vaihingen und eine Filiale des Tierfachmarkts Fressnapf beherbergt. Und diese beiden müssen weichen (unsere Zeitung berichtete). Die Rotkreuzler beschäftigen sich bereits mit der Suche nach einer neuen Bleibe (siehe Text links). Mit Fressnapf gibt es derweil noch Unstimmigkeiten. „Wir sind in Verhandlung. Es gibt noch Diskussionsbedarf“, sagt Ramos.

Das Krefelder Tierfutter-Unternehmen lässt ein wenig mehr Info nach außen: „Fressnapf liegt die außerordentliche Kündigung des Mietvertrages durch den Eigentümer vor. Das Unternehmen prüft derzeit die Rechtmäßigkeit der Kündigung – versucht aber alles, um den Standort für seine Kunden zu erhalten“, sagt eine Sprecherin. Sie bestätigt außerdem, dass ein unlängst verkündetes Ende des Mietvertrags im Jahr 2019 nicht korrekt sei. „Der Mietvertrag endet am 30. November 2018.“

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