Der Geislinger Campingplatz im Längental hatte teils wegen Corona geschlossen. Dieses Jahr ist er ausgebucht. Foto: Markus Sontheimer

Mit der Coronapandemie hat die Freizeitbranche im Vorjahr leben gelernt. Jetzt stellen sich die Campingplätze im Kreis Göppingen verstärkt auf Gäste aus der weiteren Umgebung ein. Aber auch das internationale Publikum bleibt willkommen.

Wir waren im letzten Jahr gut ausgelastet und auch dieses Jahr sind wir Ostern schon ausgebucht“, sagt Rainer Stuhler. Der Vorsitzende des Campingplatzvereins „5 Täler Camping Geislingen“ beschreibt die vergangene Saison 2021 als „gut“ und blickt zuversichtlich auf die kommende. „Geislingens Campingplatz hat aber das ganze Jahr über geöffnet“, fügt er noch hinzu. Sofern es möglich war, wurde der Platz im Längental auch während der Pandemie gut frequentiert. 50 Stellplätze stehen dort auf rund 11 000 Quadratmetern Fläche zur Verfügung, die von 25 Dauercampern genutzt werden. Zehn weitere freie Flächen gebe es für „Durchgangsreisende“, wie Stuhler sie nennt. Auf den restlichen 15 Plätzen sind Wohnwagen ohne Nutzung gegen eine Mietgebühr abgestellt.

 

Coronapause für Renovierung genutzt

Die pandemische Zwangspause habe der Verein zur Renovierung des Waschhauses genutzt, berichtet der Vorsitzende. Neue Duschen und Toiletten wurden eingebaut. Und noch eine Neuigkeit hat Stuhler: Alte, nicht mehr genutzte und auf dem Platz abgestellte Wohnwagen seien verschrottet und zum Teil verschenkt worden. Der Brand Anfang April ändert nichts in der Saisonplanung des Campingplatzes. Der Betrieb auf dem Campingplatz gehe normal weiter, bestätigt der Platzwart Hans Weltsch. Er ist zuversichtlich, was die diesjährige Saison angeht: „Wir nehmen schon keine zusätzlichen Buchungen mehr an, damit der Platz nicht überfüllt wird.“

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In Aichelberg setzen die Betreiber weniger auf Dauercamper

Stefanie Müller, die Betriebsleiterin des im Besitz ihrer Familie befindlichen Campingplatzes Aichelberg, hat sich „auf eine Eröffnung ohne Lockdown“ gefreut. Viele Camper hätten bereits nach Stellplätzen über Ostern oder Himmelfahrt gefragt, und unter den 70 Touristikplätzen versuche die Familie stets, „für jeden einen Platz zu finden“. Auf der rund 2,5 Hektar großen Fläche stehen die Wagen von 40 Dauergästen, allerdings hat die Familie das Ziel, diese immer mehr in Touristikplätze umzuwandeln. „Wir sind selbst aktive Camper und Campen hat mit Dauercamping nichts zu tun“, sagt Müller. „Campen heißt reisen. Genau diese Aktivität und Beweglichkeit leben wir selbst und wollen wir auch fördern.“ Rückblickend auf 2021 sei die Saison erfolgreich gewesen, was sie von 2020 nicht behaupten könne. „Die Holländer, Belgier und Briten haben gefehlt und wir leben zum großen Teil von Transitgästen. Viele bleiben nur eine Nacht auf ihrer Reise in den Süden oder zurück, denn wir liegen in guter Nähe zur Autobahn“, sagt sie.

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Aber auch Stammgäste aus der Gegend kämen gerne nach Aichelberg und solche, die mal ein paar Tage aus der Stuttgarter Region raus wollen. „Manche nutzen den Campingplatz auch dafür, um für ein paar Tage ihre Familie in der Region zu besuchen.“ Gleiches berichtet Horst Dannemann von seinem Campingplatz in Gruibingen: Immer mehr Gäste aus dem Ländle kämen auf „den heimatlichen Geschmack“. Vom Stress geplagte Städter suchten Ruhe und er könne ihnen diese Oase bieten, sagt der Eigentümer des Campingplatzes. Ein spontanes Wochenende in der Natur, die Löwenpfade genießen, den neuen Radwanderweg nutzen, danach das kleine Lokal mit schwäbischen Spezialitäten besuchen, all das sei gefragter denn je. „Warum Allgäu oder Österreich? Die stehen nur im Stau“, höre er immer wieder bei den Buchungen, so Dannemann.

Warum Allgäu oder Österreich?

Abgesehen von „Schwaben und anderen Deutschen“ tummeln sich bei ihm das ganze Jahr über traditionell auch viele Niederländer und Belgier, Italiener und Franzosen: „Die kommen zum Skifahren, verbringen hier Weihnachten und Silvester und genauso Ostern.“ 28 Dauercampern und rund 70 Durchreisenden bietet er einen Stellplatz.

Verband blickt hoffnungsvoll auf die neue Saison

Auftrieb
 Nach zwei coronabedingt schwierigen Saisonstarts erwartete die Campingbranche diesmal zu Ostern wieder deutlich mehr Betrieb auf den Campingplätzen. Es könne eigentlich nur besser werden, nachdem die Betriebe rund um Ostern in den beiden Vorjahren erhebliche Einbußen hatten, berichtet der Bundesverband der Campingwirtschaft auf seiner Homepage.

Resonanz
 Der 7,5 Hektar große Campingplatz in Hohenstadt hat schon seit 1. März geöffnet. Eigentümer Axel Röhm geht von „einer ganz starken Saison“ aus. Holländer und Engländer seien schon längst wieder unterwegs. Für Ostern hatte Röhm viele Anmeldungen aus ganz Deutschland. Das gelte auch für Himmelfahrt. Von den 200 Plätzen sind 120 für Dauercamper.