In München boomen Stehausschänke. Am 4. Februar zieht der Bier-Trend nach Stuttgart: Dinkelacker und die Wasenwirtsfamilie Weller eröffnen ein Lokal mit 0,2-Liter-Gläsern.
In München ist der unkomplizierte Stehausschank für Bierfans zum Umsatzhit geworden. Die Familienbrauerei Dinkelacker hat sich in der bayerischen Hauptstadt umgesehen und ist davon überzeugt, dass dieses Erfolgskonzept auch in Stuttgart funktionieren und viele Freunde finden wird. Eine der Besonderheiten: Das frisch gezapfte Bier fließt in 0,2-Gläsern, wie man’s sonst aus Köln kennt, es kann also immer wieder frisch nachgeschenkt werden. Betreiberin ist die Wasenwirtsfamilie Weller. Motto: Kleine Gläser, großer Spaß.
Ohne viel Tamtam und ohne Reservierung kommen Bierfans besonders gern spontan im Stehen zusammen – das ist längst Bestandteil der Münchner Stadtkultur. Vor allem die Brauerei Giesinger Bräu hat dort dem fast vergessenen Konzept zu neuem Leben verholfen.
Stehausschank in München: Erfolgsmodell dank Geselligkeit und Charme
Was 2006 in einer Garage begann, ist heute ein Erfolgsmodell mit mehreren kleinen Steh-Lokalen, unter anderem am Viktualienmarkt. „Unkompliziertheit und Geselligkeit“ seien die Gründe für den Boom, schreibt die „Abendzeitung“.
Was die Münchner mögen, könnte auch den Stuttgartern gefallen. Vor dem Start von „Wellers Dinkelacker Stehausschank“ (so der offizielle Name) am 4. Februar wird es an der Calwer Straße ein Opening für geladene Gäste geben. Gesicht des neuen Ausschanks ist Phil Weller, Sohn von Carsten Weller, dem neuen Wirt im Dinkelacker-Zelt auf dem Cannstatter Volksfest.
Stehausschank im historischen Gebäude in der City Stuttgart
Der neue Stehausschank eröffnet im denkmalgeschützten Gebäude an der Calwer Straße, in dem sich zuletzt das Restaurant Gardener’s Nosh befand, das inzwischen wenige Meter weiter in die ehemalige Avocado-Show gezogen ist. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Kessler-Sektbar – ebenfalls ein Treffpunkt für Menschen, die Genuss im Stehen schätzen. Stehen liegt offenbar im Trend: Hier Sekt, dort Bier, überall Geselligkeit und Treffs zum Plaudern.
Bei den Wellers werden Kellerbier und Helles von Dinkelacker sowie wechselnde Aktionsbiere aus dem Echtholzfass ausgeschenkt – alles in Kölsch-Gläsern, die jetzt auch Schwäbisch-Gläser sind.
Schwäbische Leckereien und Außenplätze bei schönem Wetter
Dazu gibt es kleine schwäbische Leckereien: Metzgerimbiss, Brezelbaum, Landjäger im Schwabenweckle, eine Schwabenbox oder Maultaschen. Bei gutem Wetter sollen auch Außenplätze zum Verweilen einladen.
Die Öffnungszeiten sind klar auf den schnellen, spontanen Besuch zugeschnitten: dienstags und mittwochs von 12 bis 20 Uhr, freitags von 12 bis 23 Uhr, samstags von 10 bis 23 Uhr. Sonntags bleibt der Stehausschank geschlossen, montags kann er für Events und geschlossene Gesellschaften gebucht werden. Eigentlich sollte es beim Bierausschank schon im vergangenen Sommer losgehen. Doch es gab Lieferprobleme fürs Mobiliar. Mit dem Baurechtsamt, sagt Weller, habe die Zusammenarbeit sehr gut geklappt.
Auch Hofbräu hat Stehausschank-Pläne für Stuttgart-Trend
Für Dinkelacker ist der neue Ausschank auch ein Bekenntnis zum Standort Stuttgart. Die Brauerei will in der Stadt wieder sichtbarer werden. Auch die Konkurrenz plant Ähnliches: Hofbräu ist auf der Suche nach einem Standort für einen Stehausschank in der Stuttgarter City. „Der Erfolg in Bayern zeigt, wie gut das Konzept für Geselligkeit funktioniert“, sagt Hofbräu-Chef Martin Alber.