Das Regie-Duo Böller und Brot, alias Sigrun Köhler und Wiltrud Baier. Foto: privat

Die Autorin Sibylle Berg provoziert gerne – als Zuschauer ist man in dem Film über sie nie ganz sicher, ob die Anekdoten aus ihrem Leben stimmen oder nicht.

Ludwigsburg - Die erfolgreiche Buch- und Theater-Autorin Sibylle Berg provoziert gerne und trägt ihr Herz gern auf der Zunge. Sie gehört zu den schillerndsten deutschen Schriftstellerinnen und gilt als Fachfrau fürs Zynische. Nun ist ihr Film „Wer hat Angst vor Sibylle Berg“ am Mittwoch, 11. Mai um 19.30 Uhr im Caligari-Kino in Ludwigsburg zu sehen. Ihre Geschichte vom DDR-Flüchtling zur Bestsellerautorin klingt fast so, als hätte sie sie selbst erfunden. Früher suchte Sibylle Berg das Glück, heute sucht sie fast schon verbissen ein Haus. Auf die Anfrage der Stuttgarter Doku-Duos Böller & Brot, ob sie über sie einen Dokumentarfilm drehen dürften, ließ sie zunächst offen („Vielleicht“).

Dann kam die Erkenntnis, dass ein solches Filmprojekt Türen öffnen könnte. Es kam ein Anruf: „Ich bin gerade in L.A. und würde gerne das berühmte Lautner-House besichtigen. Bringt Ihr Doku-Schlampen mich da rein?“. Diese Mission war erfolgreich und damit beginnt der Film. Berg besichtigt die Villa mit dem fantastischen Ausblick. Mit dem dort wohnenden Milliardär kommt sie nur schwer ins Gespräch. Wie sie überhaupt den ganzen Film ziemlich unnahbar bleibt. Als Zuschauer ist man sich nie ganz sicher, ob die Anekdoten aus ihrem Leben stimmen oder doch ihrer Fantasie entspringen.

Seit dem Jahr 2000 arbeiten Sigrun Köhler und Wiltrud Baier nach ihrem gemeinsamen Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg als Produktionsfirma „Böller & Brot“ zusammen. Seitdem realisierten sechs lange Kino-Dokumentarfilme: „How time flies“ (2000), „Schotter wie Heu“ (2003), „Der große Navigator“ (2007), „Alarm am Hauptbahnhof“ (2011), für den sie auch einen Grimme-Preis erhielten und „Where’s the Beer and when do we get paid?“. Sie haben dabei einen speziellen Stil entwickelt, sich dem bundesdeutschen Alltag zu nähern.

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