Dan Constantinescu (Mitte) erzielte den Siegtreffer für Calcio. Foto: Archiv Günter Bergmann

Der Fußball-Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen gewinnt nach wildem Spiel bei der TSG Tübingen und hat nun alle Trümpfe in der Hand.

Kaum ist die Frage nach dem besten Spieler seiner Truppe gestellt, antwortet Francesco Di Frisco blitzartig ohne zu überlegen: Dan Constantinescu. Warum? Er habe das gemacht, was ein Kapitän machen muss, sei vorangegangen und habe das Team geführt, erklärt der Trainer von Calcio Leinfelden-Echterdingen. Zudem hat der Mann mit der Rückennummer 6 die Seinen noch ein Stück weiter geführt und zwar per eigenem Treffer zum wichtigen 3:2-Sieg bei der TSG Tübingen. Das auch noch per Traumtor, wie Di Frisco voller Anerkennung sagt: „25 Meter-Freistoß mit dem Außenrist in den Winkel, sensationell.“ Durch das Tor des Kapitäns sind die Italo-Schwaben auf einen Nichtabstiegsplatz geklettert, und haben es am letzten Spieltag im Heimspiel gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen (Samstag, 15.30 Uhr) selbst in der Hand, das Ticket für die Verbandsliga erneut zu lösen.

 

Beinahe wäre Constantinescus-Streich nach 77 Minuten aber nicht der Schlusspunkt einer Partie gewesen, die für die Gäste samt ihres Trainerteams tiefentspannt begann und sich letztlich zum nervenaufreibenden Krimi entwickelt hat. Acht Minuten vor Schluss gab es für die bereits abgestiegenen Tübinger einen weiteren Elfmeter – Henoch Grauer setzte den Ball dieses Mal aber links neben das Tor.

„Ja, die Partie war völlig verrückt, ein Wahnsinn“, sagt Di Frisco, und spricht seinem Team ein riesen Kompliment aus: „Respekt, sie haben alle Tiefschläge, davon gab es einige, verdaut und den wichtigen Sieg dann doch noch geholt.“ Nach einer starken ersten Hälften mit vielen eigenen vergebenen Hochkarätern gingen die Gäste vom Sportpark Goldäcker mit einer „hoch verdienten 2:0-Führung“, so Di Frisco, in die Kabine. Es trafen Qlirim Zekaj (13.) und Borges Da Silva per Fallrückzieher (45.). Nach der Pause waren die Gäste nicht mehr so griffig und die bereits Hausherren kamen durch einen gerechtfertigten Foulelfmeter – verwandelt von Grauer (51.) – auf 1:2 heran und die Gäste fingen an zu straucheln. Vor allem nachdem Youssef El Naggar – in der Vorwoche beim 2:1-Sieg gegen Heilbronn per Doppelschlag noch der Matchwinner – abseits des Geschehens wegen Beleidigung des Gegenspielers nach 68 Minuten die Rote Karte sah und kurz danach Philipp Biermann zum 2:2 einnetzte. Doch dann schlug die Stunde des Kapitäns. Er rief alle Spieler zu sich, bildete einen Kreis und machte ihnen klar, dass „noch ein Tor her muss“, berichtet Di Frisco. Bekanntlich nahm Constantinescu die Sache selbst in die Hand.

Derweil sind weitere Calcio-Abgänge bekannt. Neben Torhüter Ali Bozatzioglou (FSV 08 Bietigheim-Bissingen) verlassen auch die Mittelfeldspieler Philipp Seemann (Landesliga-Spitzenreiter TSV Ehningen) und Enes Isik (Verbandsliga-Absteiger FC Esslingen) den Verein. Co-Trainer Sezgin Karabiyik wird Chefcoach beim Landesligisten SC Geislingen.

Calcios Spieler des Spiels

Dan Constantinescu (Nominierung 8) verlor während der Partie so gut wie kein Zweikampf. Der Kapitän ging als Vorbild voran, munterte seine Spieler ständig auf und sprach ihnen auch ins Gewissen. Zudem besorgte er das entscheidenden Tor zum 3:2 – und damit ist Calcio auf einen Nichtabstiegsplatz geklettert und kann den Klassenverbleib am letzten Spieltag wieder aus eigener Kraft schaffen.

TSG Tübingen: Mang – Grözinger, Thomas, Jaeger (90. + 3 Schall), Geppert – Abele (64. Zeyer), Kramm (90 + 3 Frick), Biesinger – Assassa (76. Pfister), Biermann, Grauner.

Calcio Leinfelden-Echterdingen:Bozatzioglou – Schlotterbeck, Todorovic, Olteanu, Thompson – Constantinescu, Andrei-Lucian Ulici (70. Kelecti) , Zekaj (83. Isik), El Nagger, Casian-Matei Ulici (90. +5 Pagano), Borges Da Silva.