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Der Protest gegen die Verlagerung der C-Klasse ebbt nicht ab. Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigt zwar Verständnis für die Kritik der Mitarbeiter - lässt sich von der Entscheidung aber nicht abbringen.

Stuttgart - Der Protest gegen die Verlagerung der C-Klasse ebbt nicht ab. Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigt zwar Verständnis für die Kritik der Mitarbeiter - lässt sich von der Entscheidung aber nicht abbringen.

"Bei Mitarbeitern, die teils über Generationen hervorragende Leistungen gebracht haben, entsteht schon mal das Gefühl, dieses Modell gehöre sozusagen ihnen", sagte Zetsche beim Interview mit den Stuttgarter Nachrichten. Er verstehe zwar die Enttäuschung - "richtig ist aber auch, dass es den Mitarbeitern an erster Stelle um einen sicheren Arbeitsplatz geht. Zugleich äußerte sich Zetsche befremdet über einen Teil der Arbeitsniederlegungen. "Nicht jede Aktion war aus unserer Sicht nachvollziehbar." Man bewerte die Situation aber "mit Augenmaß" und werde die Entwicklung weiter beobachten.

Zetsche verwahrte sich gegen Vorwürfe, der Verantwortung für den Standort nicht gerecht zu werden. Allein in den Jahren 2009 und 2010 investiere man drei Milliarden Euro in die deutschen Standorte. Zudem verkaufe Mercedes nur 27 Prozent seiner Fahrzeuge in Deutschland, habe hier aber einen mehr als dreimal so hohen Anteil der Beschäftigten. Allerdings könne man sich nicht allein an der "Beschäftigung einer Region oder gar Stadt ausrichten".

Zu den Gründen für die Verlagerung sagte Zetsche, man habe überspitzt gesagt "nicht vor der Alternative gestanden, die C-Klasse in Sindelfingen für die USA zu produzieren", vielmehr sei es darum gegangen, "ob wir sie für die USA noch produzieren können oder nicht". Dass die Fertigung der C-Klasse außer in die USA auch nach Bremen geht, begründete Zetsche damit, dass man die Produktion in Deutschland an einem Standort zusammenfassen wolle. "Da Bremen täglich mehr Fahrzeuge produziert als Sindelfingen, war es einfacher, weitere 200 Einheiten dorthin zu verlagern als umgekehrt."

Zetsche ließ durchblicken, dass er bereit ist, seinen Ende 2010 auslaufenden Vertrag notfalls auch ohne Zustimmung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat zu verlängern. "Zum Glück bin ich kein Politiker, der wegen des Wahlkampfs zeitweise keine Entscheidungen treffen kann", sagte Zetsche. "Ich stehe voll zu dem, was ich hier tue."

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