In Stetten am kalten Markt findet die größte Terrorübung statt, die es in Deutschland je gab. Eine Schwierigkeit dabei: Soldaten und Polizisten sprechen oft nicht die gleiche Sprache.

Stuttgart - Polizei und Bundeswehr wollen im Südwesten den gemeinsamen Kampf gegen den Terror in noch nie da gewesener Form üben. Bei der Übung „BWTEX“ – die Abkürzung steht für „Baden-Württembergische Terrorismusabwehr Exercise“ – mit insgesamt 2500 Teilnehmern handelt es sich nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums um „die größte Übung dieser Art, die je in Deutschland durchgeführt wurde“. Auch der Materialaufwand ist gewaltig. Unter anderem werden sechs Hubschrauber und der Panzer „Fuchs“ im Einsatz sein, der auch Verletzte transportieren kann. Auch verschiedene Organisationen wie Feuerwehr und Rotes Kreuz sowie umliegende Krankenhäuser sind an der Übung beteiligt.

Szenario: Polizei braucht Hilfe der Bundeswehr

Als Testfall der Übung wird ein Anschlag mit mehreren Tätern in einer belebten Fußgängerzone in Konstanz simuliert, bei dem es bis zu 30 Tote und bis zu 70 Verletzte gibt. Geübt wird das Ganze aber nicht in Konstanz selbst, sondern eben in Stetten. „Sonst würden wir ja die Stadt lahmlegen“, sagte ein Sprecher. In dem Szenario ist die Polizei dabei so überlastet, dass sie die Hilfe der Bundeswehr anfordern muss – und hier beginnt die Herausforderung. Warum die Kommunikation zwischen Soldaten und Polizisten schwierig ist und zu was für kuriosen Situationen das bei der Übung führen kann, erklärt Politik-Redakteur Arnold Rieger in unserem Video.

Einen aktuellen Anlass für die Übung gebe es nicht, sagte ein Sprecher des Ministeriums unserer Zeitung. In einem Youtube-Video wird behauptet, die „baden-württembergische Terrorabwehr“ rechne mit einer landesweiten Terrorwelle und dass die Übung vor diesem Hintergrund durchgeführt werde. Belege nennt das Video nicht. Laut Innenministerium ist die Aussage falsch. Die Bedrohungslage sei seit einigen Jahren konstant, daran habe sich in der jüngsten Zeit nichts verändert, sagte der Sprecher. Vielmehr gebe es Dienstvorschriften, die die Polizei zu Übungen verpflichtet.

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