Die Stadt Esslingen hat 46 Oberleitungsbusse mit Batterie bei van Hool bestellt. Doch der belgische Fahrzeughersteller ist insolvent und der Auftrag damit nichtig. Jetzt prüft die Stadtverwaltung, wie sie dennoch schnell an die neuen Busse kommen könnte.
Bis zuletzt hatte die Stadt Esslingen gehofft, dass ihr Auftrag noch Bestand haben würde. Doch jetzt ist klar: Die bei der Firma van Hool bestellten Busse werden nicht produziert werden. Denn van Hool ist insolvent. Zwar ist inzwischen offenbar ein Käufer für den belgischen Bushersteller gefunden worden, doch dieser übernimmt den Auftrag der Stadt Esslingen nicht. Die Stadt prüft nun mit ihren Anwälten, wie sie in der Sache weiter vorgehen kann – und hofft, dass ihr trotz der mit den Turbulenzen verbundenen Verzögerung die Fördermittel des Bundes nicht gestrichen werden.
Neue Busse für Umstieg auf voll elektrischen Busverkehr
Insgesamt 46 Oberleitungsbusse mit Batterie hatte die Stadt Esslingen bei van Hool bestellt. Sie wurden notwendig, weil der Gemeinderat den Umstieg auf einen zu hundert Prozent elektromobilen Busverkehr beschlossen hatte. Die neuen Elektrohybrid-Fahrzeuge sollten im kommenden Jahr nach und nach die Dieselbusse ersetzen. Schon das bedeutete einen Verzug: Ursprünglich sollte die Umstellung bereits in diesem Jahr abgeschlossen werden. Doch weil sie damals noch auf die Entscheidung des Bundes über die Fördergelder warten musste, hatte die Stadt den Starttermin für die voll elektrische Busflotte bereits 2022 auf das Jahr 2025 verschoben. Nun könnte es eine weitere Verzögerung geben.
Nach eigenen Angaben lässt die Stadt Esslingen derzeit von ihren Anwälten das weitere Vorgehen untersuchen. „Die Anwaltskanzlei prüft gerade die Möglichkeit, den Auftrag so schnell wie möglich wieder vergeben zu können“, berichtete Johannes Müller, Technischer Werkleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE), in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses. Zudem sei man mit den Behörden in Berlin in Kontakt, um eine Verlängerung der Fördermittel bis 2026 zu erreichen: „Wir haben bereits ein erstes zustimmendes Nicken bekommen“, zeigte sich Müller optimistisch. Er hoffe, dass die neuen Elektrohybridbusse trotz der Insolvenz von van Hool bald in Produktion gehen könnten.