Nicht alle Busse haben offenbar eine elek­tronische Anzeige wie hier. Foto: Judith A. Sägesser

Beim Busverkehr auf der Filderebene läuft es inzwischen spürbar besser, aber zufrieden sind noch nicht alle. In der Kritik steht vor allem die mangelhafte und teils handgeschriebene Beschilderung der Fahrzeuge.

Filder - Ihre Tochter fahre nur noch ungern Bus, lässt eine Frau die Facebook-Gruppe „Filder-Pinnwand“ wissen. „Sie hat bereits morgens ein ungutes Gefühl, wenn sie darüber nachdenkt, wie sie am Mittag wieder von der Schule nach Hause kommen wird“, schreibt die Mutter. „Es wäre wichtig, wenn die Kinder sich ab dem neuen Schuljahr wieder aufs Lernen konzen­trieren könnten und nicht darauf, ob der Bus kommt oder nicht.“ „Offensichtlich ist der Runde Tisch gescheitert“, kommentiert ein anderer. „Solange sich die Fahrgäste oder deren Eltern beim Subunternehmer oder Auftragnehmer beschweren, ist der Druck nicht so wahnsinnig hoch: Das Geld vom Landkreis kommt trotzdem.“ Mit Rundem Tisch meint der Kommentierende einen Termin Anfang dieses Jahres. Damals hatte sich eine große Runde in Filderstadt getroffen, um endlich die Beschwerdewelle abzustellen. Die Vorwürfe: Die Busse seien unpünktlich, kämen teils gar nicht, Fahrer seien ortsunkundig oder telefonieren bei der Fahrt, Schilder an Bussen seien falsch oder nicht vorhanden, teilweise auch nur auf einen Karton gekritzelt.

Der nächste Runde Tisch zum Thema ist im Oktober

Im direkten Anschluss an den Termin von Stadt, Busunternehmen, Landkreis, Eltern, Schulen und Jugendgemeinderat hatte sich das Chaos gelichtet. Im Sommer sollte bei einem zweiten Runden Tisch Bilanz gezogen werden– dann kam Corona.

Der Termin ist nach Auskunft des Filderstädter OB Christoph Traub auf den 20. Oktober vorschoben. Und was ist aus Traubs Sicht dran an den Klagen der Leute auf Facebook? „Wir erkennen kein gehäuftes Beschwerdeaufkommen“, sagt der OB. Zumindest was die Pünktlichkeit und die Zuverlässigkeit anbelange. Es gebe allerdings noch ein paar Kleinigkeiten, bei denen Traub Handlungsbedarf sieht. So seien die Beschriftungen der Busse offenbar noch mangelhaft. Dies sei aus den Reihen des Jugendgemeinderats an die Stadt herangetragen worden. „Das sind Dinge, die uns dann schon ärgern.“

Verspätungen gibt es laut Aron Steinwender vom Jugendgemeinderat Filderstadt deutlich weniger als noch vor einem halben Jahr. „Das hat sich deutlich gebessert“, sagt er. „Wir sind zufriedener, aber nicht zufrieden.“ Nach wie vor seien viele Busse, vor allem die Schulbusse, mit Pappschildern gekennzeichnet, „teilweise mit falschen Nummern“, sagt Aron Steinwender. Und es komme immer wieder vor, dass die Fahrer den Weg nicht kennen würden „und die Fahrgäste dann aushelfen müssen“. Dem widerspricht Andreas Melchinger. „Die Fahrer wissen, wie der Bus fahren muss“, sagt er. Unter dem Strich „hat sich vieles getan“. Von den Fahrern seien einige ausgetauscht worden, sagt Melchinger, auch wegen Kundenbeschwerden. Übrigens, die Beschwerden seien insgesamt zurückgegangen. Das bestätigt auch der andere Betreiber, Friedrich-Müller-Omnibus (FMO).

Die Firma Melchinger widerspricht vehement

Matthias Gastel, Grünen-Bundestagsabgeordneter aus Filderstadt, hatte sich in der Vergangenheit für einen verlässlicheren Busverkehr auf den Fildern eingesetzt. Er zeigt sich auf Nachfrage unserer Zeitung zufrieden mit der Entwicklung. Gastel wünscht sich allerdings, dass auch die Nicht-SSB-Busse endlich mit der nötigen Technik ausgestattet werden, damit Ampeln rechtzeitig auf Grün schalten. Hier sei in Aussicht gestellt, dass dies nach den Sommerferien der Fall sei.

  
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