Busverkehr Esslingen Esslingen setzt weiter auf Sanktionen

Von Kai Holoch 

Bald soll alles besser werden. Wie das geschieht, ist aber noch offen. Foto: Horst Rudel
Bald soll alles besser werden. Wie das geschieht, ist aber noch offen. Foto: Horst Rudel

Das Calwer Busunternehmen Rexer räumt Fehler in den vergangenen Wochen ein – wann die gelobte Verbesserung greift, ist offen.

Esslingen - Im Ton verbindlich, in der Sache knallhart: So beschreibt der für den Esslinger Busverkehr zuständige Finanzbürgermeister Ingo Rust die Atmosphäre beim Krisengespräch zum öffentlichen Nahverkehr am Freitag. Noch einmal habe er dem Calwer Busunternehmen Rexer, das seit dem 1. Juli als Partner des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) zehn Buslinien im Stadtgebiet bedient, deutlich gemacht, dass die Schonfrist jetzt vorbei sei und dass die Stadt weitere vertragswidrige Handlungen ab sofort finanziell ahnden werde. In der gemeinsam veröffentlichten Pressemitteilung schlagen Rust, der SVE und die Firma Rexer dann aber deutlich moderatere und versöhnliche Töne an.

Der SVE und Rexer räumen Fehler ein und bitten die Fahrgäste wegen der aufgetretenen Schwierigkeiten um Entschuldigung: Es sei zu „keinem Zeitpunkt die Absicht gewesen, die Qualitätsstandards im Busverkehr abzusenken“ wird der SVE-Werksleiter Andreas Clemens zitiert. Der Rexer-Chef Arno Ayasse gelobt „schnellstmögliche Besserung“: „Die Qualität der ersten Wochen nach Betriebsaufnahme entspricht nicht unserem Anspruch als erfahrenes Verkehrsunternehmen.“

Rust wiederum sagt, er sei „zuversichtlich, dass Rexer die Anfangsschwierigkeiten schnell in den Griff bekommt“ und bittet die Fahrgäste um Verständnis: „Wo Menschen arbeiten, werden auch Fehler gemacht. Das war immer so, und das wird auch immer so bleiben.“ Zudem müsse man anerkennen, dass schon „vieles verbessert worden ist und noch einiges passieren“ werde. Woher sich der Optimismus speist, beantwortet die Mitteilung aber nur vage.

Denn wie kurzfristig Besserungen angesichts von Fahrern erreicht werden sollen, denen mangelnde Deutschkenntnisse vorgeworfen werden, lässt die Mitteilung offen. Man werde in den kommenden Wochen „ein Konzept erarbeiten, um diese Anforderung zu erreichen und nachhaltig sicherzustellen“, heißt es da. Allerdings bittet Rexer um Verständnis dafür, „dass es bei einem extrem angespannten Arbeitsmarkt im Bereich des Fahrpersonals derzeit sehr schwierig ist, hochqualifiziertes Personal zu rekrutieren“.

Falsch gefahrenen Strecken sollen nicht mehr vorkommen

Der Vergangenheit angehören sollen Vorfälle, bei denen Busfahrer auf falschen Strecken gefahren sind und Haltestellen übersehen haben. Ayasse: „Wir haben durch weitere Maßnahmen wie verstärkte Schulungsfahrten sichergestellt, dass unser Fahrpersonal die Strecken sicher beherrscht und auch keine Haltestellen mehr übersieht.“ Ingo Rusts abschließender Appell: „Fairness und ein menschlicher Umgang miteinander sind zwar – vor allem in den sozialen Netzwerken – aus der Mode gekommen, sollten aber immer noch der Maßstab in unserer Stadt sein.“

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