Anna-Maria Ferchichi ist die Ehefrau von Bushido, Mutter von acht Kindern und selbst beruflich erfolgreich. Im Interview spricht sie darüber, wie sie vier Jahre mit Personenschutz erlebte und warum sie ihr Privatleben zeigt.
Anna-Maria Ferchichi ist eine Schwester von Sarah Connor und wohnt mit ihrem Mann, dem Rapper Bushido, der bürgerlich Anis Ferchichi heißt, und ihren Kindern in Dubai. Zuvor lebte die Familie in Berlin vier Jahre lang unter Personenschutz, nachdem sich Bushido vom Abou-Chaker-Clan trennte und gegen seinen früheren Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker vor Gericht aussagte. Nach mehreren Dokus auf RTL+ über das Familienleben Bushidos und einen gemeinsamen Podcast steht inzwischen auch seine Frau Anna-Maria im Rampenlicht.
Frau Ferchichi, Sie sind Mutter von acht Kindern und inzwischen auch beruflich erfolgreich mit den Dokus über Ihren Familienalltag, dem Podcast und als Influencerin. Haben Sie mehr Energie als andere Menschen?
Nein, aber ich glaube, dass ich ein gutes Zeitmanagement habe. Bei mir gibt es kein Chaos. Das gab es auch noch nicht, als wir noch keine Nannys und schon viele kleine Kinder hatten. Das kenne ich aus meinem Elternhaus, da hatte auch alles seine Ordnung.
Sie wuchsen selbst mit fünf Geschwistern auf.
Ja, ich komme aus einer großen Familie, das heißt, ich kenne Stress. Ich weiß, wie es ist, wenig Zeit für mich selbst zu haben. Das habe ich nie als schlimm empfunden. Inzwischen haben wir Hilfe von den Nannys und dann kann man das genießen. Hätten wir die nicht, weiß ich nicht, ob ich noch mehr Kinder bekommen hätte. Andererseits sind die Kinder nur kurz ganz klein.
In der RTL-Doku „Bushido und Anna-Maria – alle auf Tour“ hatte man den Eindruck, dass es Ihnen unangenehm war, von Ihrem Mann auf die Bühne geholt zu werden. Nun werden Sie bei der Podcast-Tour im Mittelpunkt stehen. Was ist das für ein Gefühl?
Das ist sehr ungewohnt für mich. Aber ich sitze da zusammen mit meinem Mann und wir reden über unser Leben. Das mache ich gerne. Aber weil ich sowas zum ersten Mal mache, ist es schon aufregend.
Den gemeinsamen Podcast mit Ihrem Mann gibt es seit Anfang 2023 – war es von Anfang an geplant, dass Sie damit auf Tour gehen würden?
Nein, ich habe das Gefühl, ich schlittere in sowas immer rein. Zuerst denke ich: auf keinen Fall! Genauso wie damals, als wir für RTL die Doku drehten und sie uns vorschlugen, den Podcast zu machen. Jahrelang hatten wir eine klassische Rollenverteilung: Durch seinen Beruf hat Anis das Geld allein verdient. Plötzlich arbeiten wir zusammen und dadurch treten neue Konflikte auf. Ich habe gehofft, dass das gut geht und zum Glück ist es das, aber man weiß es vorher nicht.
Was bedeutet es Ihnen, nun auch selbst beruflich erfolgreich zu sein?
Ich denke darüber nicht so nach. Es ist schön, dass ich nun auch meinen Mann unterstützen kann. Eine so große Familie bedeutet eine große Verantwortung und es macht mich glücklich zu wissen, dass ich meinen Kindern allein das gleiche Leben bieten könnte. Ich brauche ihn deswegen aber nicht weniger. Zwischen uns hat sich nichts verändert, außer dass ich ihm nun Geschenke machen kann, von denen er vorher nichts erfährt.
Sie haben einen Teil Ihres Lebens durch die Dokus öffentlich gemacht und sich entschieden, auch Ihre Kinder zu zeigen. Wo ziehen Sie die Grenzen?
Wir haben ganz klare Grenzen. Das ging damals los mit der Doku, die ursprünglich nur als Musik-Doku geplant war. Doch dann entwickelte sich unser Leben sehr negativ. Und die Filmemacher haben das alles mitbekommen und irgendwann gesagt: „Hier passiert so viel, das muss anders gezeigt werden.“ Wir haben darüber nachgedacht und beschlossen: real muss auch real sein. Und unsere Kinder sind das Schönste in unserem Leben. Das möchte ich nicht aussparen. Dazu kam, dass viele Menschen das Bushido-Image von früher im Kopf haben. Ich habe zu ihm gesagt: „Du bist ganz anders. Warum zeigen wir das den Leuten nicht?“
Besprechen Sie innerhalb der Familie, was gezeigt wird und was nicht?
Ja, ich sage immer vorher, wenn ich eine Story für Instagram mache und frage, ob es okay ist. Manchmal will eines der Kinder nicht so gezeigt werden, weil das dann auch der Schwarm oder eine Lehrerin sehen würde. Sie haben immer die Möglichkeit, nein zu sagen.
Sie haben den Imagewandel Ihres Mannes angesprochen. Seit er sich von dem Abou-Chaker-Clan lossagte, hat man einen anderen Bushido kennengelernt. Wie groß war Ihre Rolle bei diesem Wandel?
Der Kern war immer da, sonst hätte ich diesen Mann nicht geheiratet. Und natürlich, er hat sich zum Positiven verändert. Menschen können sich ändern, aber das erfordert harte Arbeit und jahrelange Therapie. Wir haben ihn dabei unterstützt, aber letztendlich musste er das machen. In den Medien wurde es immer so dargestellt, als hätte ich ihn vor die Wahl gestellt. Aber das ist nie passiert. Er hat die Entscheidung getroffen. Meine Rolle dabei war, dass ich ihm eine andere Art von Leben gezeigt habe, das viel lebenswerter ist.
Bis Sie nach Dubai gezogen sind, haben Sie in Deutschland ein Leben mit Personenschutz geführt. Konnten Sie das alles hinter sich lassen?
Ich war auch in der Zeit mit Personenschutz glücklich. Wir wurden damals bemitleidet und das kann ich gar nicht haben. Ich hatte meine Familie und tolle Freunde, ich habe mir meine glückliche Insel geschaffen. Aber natürlich gab es Sommerabende, da wäre ich gerne ausgegangen und nicht Zuhause eingesperrt gewesen. Als wir das in Dubai hinter uns lassen konnten, war es erst ein seltsames Gefühl, fast ein Vermissen. Denn wir hatten die Menschen vom Personenschutz vier Jahre lang an unserer Seite, daran hatten wir uns gewöhnt. Aber Freiheit ist das größte Gut. Wir fühlen uns in Dubai wohl, es ist unser Zuhause geworden.
Nun steht ein neuer Abschnitt bevor, Bushido nimmt Abschied von der Musik. Wie geht es für Ihre Familie weiter?
Ich kenne meinen Mann wahrscheinlich besser, als er sich selbst. Er ist ein Arbeitstier und am glücklichsten, wenn er gefordert ist. Er freut sich zwar auf die Zeit, wenn er nichts zu tun hat. Aber dann zieht er sich in sein Schneckenhaus zurück. In Rente gehen mit Mitte 40, das geht nicht. Dass er die Musik gehen lassen muss, tut weh, aber die Rapszene ist unangenehm. Deshalb ist das die richtige Entscheidung. Aber er wird eine neue Aufgabe brauchen.
„Im Bett mit Anna-Maria und Anis Ferchichi - Der Bushido Podcast“ geht auf Tour:
- 24. Oktober 2024 – Berlin, Admiralspalast
- 25. Oktober 2024 – Duisburg, Theater am Marienplatz27.10.2024 – Leipzig, Haus Auensee
- 28. Oktober 2024 – München, Isarphilharmonie
- 29. Oktober 2024 – Frankfurt, Jahrhunderthalle
- 30. Oktober 2024 – Stuttgart, Liederhalle Hegel-Saal