Bus und Bahn Kretschmann unterstützt Sonderrolle der Region

Von Alexander Ikrat 

Fernbusse befahren schon heute Alternativstrecken zur Bahn. In der Region Stuttgart soll es künftig Expressbuslinien geben, die Querverbindungen zu den S-Bahn-Strecken abdecken Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Fernbusse befahren schon heute Alternativstrecken zur Bahn. In der Region Stuttgart soll es künftig Expressbuslinien geben, die Querverbindungen zu den S-Bahn-Strecken abdecken Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Rund 20 Prozent mehr Fahrgäste sollen im Jahr 2025 in der Region Stuttgart mit Bus und Bahn unterwegs sein. Das Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat am Dienstag dazu eine Gesetzesänderung beschlossen.

Stuttgart - Rund 20 Prozent mehr Fahrgäste sollen im Jahr 2025 in der Region Stuttgart mit Bus und Bahn unterwegs sein. Hinter diesen Plan von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat sich am Dienstag das gesamte Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann gestellt. Die entsprechenden Gesetzesänderungen, die die Rolle des Verbands Region Stuttgart stärken sollen, wird als nächstes im Landtag beraten.

Ministerpräsident Kretschmann unterstützte nach der Kabinettssitzung vor Pressevertretern die Sonderrolle des Verbands. „Wir sind zwar ein Land, das viele Zentren hat“, sagte Kretschmann, „aber im Großraum Stuttgart schlägt schon das wirtschaftliche Herz des Landes.“ Weil sich der Ballungsraum „ein bisschen zur Stauregion Deutschlands“ entwickelt habe und dies sich auf die Wirtschaft auswirke, sei es richtig, mit einem umfassenden Konzept für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gegenzusteuern und die Position des Verbands Region Stuttgart auch gesetzlich zu stärken. Kretschmann hat keine Sorge, dass der Rest des Landes Stuttgart seinen Machtzuwachs neidet: „Im Mittleren Neckarraum ballen sich nun mal die Verkehrsprobleme“, sagte der Ministerpräsident, „deren Lösung ist also aus Sachgründen erforderlich.“

Das Kabinett setzt damit den ÖPNV-Pakt vom Februar um, in dem sich Hermann, Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU), Stuttgarts OB Fritz Kuhn (Grüne), sowie die Landräte Heinz Eininger (CDU, Esslingen) und Rainer Haas (parteilos, Ludwigsburg) stellvertretend auch für die VVS-Landkreise Böblingen und Rems-Murr darauf geeinigt hatten, den öffentlichen Nahverkehr bis 2025 entscheidend voranzubringen.

Das Land will Ende 2018 die ersten sogenannten Metropol-Expresszüge auf die Reise schicken, die außerhalb der Region öfter halten und innerhalb seltener, um der gebeutelten S-Bahn Entlastung zu bringen. Die Landkreise sollen die Bustakte besser auf die S-Bahn abstimmen. Der Verband darf selbst sogenannte Expressbuslinien planen und bezahlen, die wichtige Querverbindungen in der Region ohne den Umweg über die Innenstadt abdecken sollen. Die ersten drei von Leonberg zum Flughafen, von Kirchheim/Teck zum Flughafen und von Waiblingen nach Esslingen sollen Ende 2016 starten. Auch diese Linien sollen die teils drangvolle Ende in den S-Bahnen mildern. Außerdem soll die Region ein umfassendes Park-and-Ride-Konzept auf die Beine stellen.

„Der ÖPNV-Pakt bietet ein ambitioniertes Programm“, sagte Hermann. Heute fahren rund 350 Millionen Menschen jährlich mit dem Verkehrsverbund Stuttgart (VVS). 2025 sollen es etwa 70 Millionen mehr sein.

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