Die Plattform, die Moovel betreibt, zeigt Wegeverbindungen auf, mit wenigen Tipps auf dem Smartphone können die verschiedensten Mobilitätsanbieter vom Leifahrrad über Mietwagen, VVS bis zur Bahn gebucht und bezahlt werden. Foto: dpa

Die Daimler-Tochter Moovel wird bei Feinstaub-Alarm in Stuttgart eine wichtige Rolle spielen. Sie deckt die bei den ersten beiden Alarmansagen durch günstigere Tickets entstehenden Verluste für den VVS.

Stuttgart - Im Januar 2016 soll in der Region Stuttgart bei voraussehbar überhöhten Luftschadstoffwerten ein Feinstaub-Alarm ausgerufen werden. Autofahrer sollen dann freiwillig auf Bus und Bahn umsteigen, damit Stickoxid- und Feinstaubwerte in Stuttgart sinken. Als Anreiz wird es billige Tickets im Verkehrsverbund (VVS) geben. Während der ersten beiden Alarme, die je nach Wetterlage mehrere Tage umfassen können, dürfen Erwachsene die um 50 Prozent günstigeren Kinderfahrscheine kaufen.

Bisher war bei den Gesellschaftern des VVS die Frage ungeklärt, wer die Aktion zahlt. Verkehrsminister Winfried Hermann, Stuttgarts OB Fritz Kuhn (Grüne) und Regierungspräsident Johannes Schmalzl werden an diesem Freitag bekanntgeben, dass das Daimler-Unternehmen Moovel die Vergünstigung stemmt.

Minister Hermann lobte die Entwicklung

Moovel betreibt eine Online-Plattform. Sie zeigt Wegeverbindungen auf, mit wenigen Tipps auf dem Smartphone können die verschiedensten Mobilitätsanbieter vom Leifahrrad über Mietwagen, VVS bis zur Bahn gebucht und bezahlt werden. Moovel-Geschäftsführer Robert Henrich hatte die neue, deutlich vereinfachte Anwendung vergangene Woche in Stuttgart vorgestellt. „Daimler will die Mobilität der Zukunft mitgestalten“, so Henrich. Minister Hermann hatte die Entwicklung gelobt. Solche Plattformen könnten die Mobilität in Städten nachhaltiger gestalten. Moovel finanziert sich über Vermittlungsgebühren der Mobilitätsanbieter.

Beim Feinstaub-Alarm geht der Autokonzern mit seiner Tochter in Vorleistung. Der VVS verkauft jährlich für 134 Millionen Euro Einzel- und Vierertickets an Erwachsene. Ein 50-Prozent-Rabatt auf zehn Tage würde bei bisheriger Fahrgastzahl 1,8 Millionen Euro kosten. Dazu kämen die Umsteiger. Bei Feinstaubalarm will dem Vernehmen nach auch die Daimler-Tochter Car2go mit ihren abgasfreien Elektro-Smarts spezielle Angebote machen. Die Bahn AG erklärte am Donnerstag, sie könne durch Langzüge auf der S-Bahn für täglich zusätzlich 21 .000 Fahrgäste Plätze zur Verfügung stellen, allerdings außerhalb der Hauptverkehrszeiten, also vor 7 und nach 9 Uhr.

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