Klar ist, dass das Deutschland-Ticket vom 1. Januar 2025 an neun Euro mehr kostet. Doch auch beim übrigen Fahrscheinangebot in der Region Stuttgart zeichnet sich eine Preiserhöhung ab. Nun kursieren erste Zahlen.
Die Tickets für Busse und Bahnen im Bereich des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS), zu dem Stuttgart und die Landkreis Esslingen, Göppingen, Böblingen, Ludwigsburg und Rems-Murr gehören, werden 2025 teurer. In der jüngsten Aufsichtsratssitzung des Verbunds wurde die nächste Preisrunde eingeläutet.
Noch fehlen die letzten Zahlen
Die Aufseher orientieren sich dabei an den Steigerungen der Unternehmen, die den Nahverkehr in der Landeshauptstadt und den Landkreisen fahren. Die machen Steigerungen bei den Personal- und den Energiekosten geltend. Aus Kreisen des Aufsichtsrat heißt es, dass vom größten Unternehmen in dieser Gruppe, den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), noch finale Zahlen fehlen. Daher habe das Kontrollgremium nur die groben Rahmenbedingungen der nächsten Preiserhöhungen diskutieren können.
Die komplexe Arithmetik des ÖPNV-Rettungsschirms setzt allzu großzügigen Forderungen allerdings Grenzen. Im kommenden Jahr sei demnach eine durchschnittliche Erhöhung der Ticketpreise um maximal 5,2 Prozent möglich, heißt es aus VVS-Aufsichtsratskreisen. In den Jahren zuvor lag dieses Limit noch höher und wurde vom VVS fast immer gänzlich ausgeschöpft. So stiegen die Preise zum 1. September 2023 um 7,5 Prozent und zum 1. August 2024 um 7,9 Prozent. Ein Mitglied des Aufsichtsgremiums prognostiziert, dass sich auch der Preissprung 2025 am maximal möglichen Wert orientieren wird.
Höhere Preise sind stets ein Zankapfel
Preiserhöhungen oder auch schon die bloße Ankündigung derselben lösen immer wieder Kritik aus – nach dem letzten Preisanstieg im Sommer 2024 konstatierte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) pointiert, kein Verbund habe „bei der letzten Tariferhöhung so frech zugegriffen wie der VVS“. Ein Vorwurf, den der Verbund mit dem Verweis auf Preissteigerungen bei anderen Verbünden in ganz ähnlicher Größenordnung konterte.
Schonfrist bis September
Das nun im Raum stehende Plus von maximal 5,2 Prozent bei den Ticketpreisen würde sich auf das Fahrscheinangebot des VVS auswirken. Beim Deutschlandticket steigt der Preis bereits zum 1. Januar 2025 von derzeit 49 Euro auf dann 58 Euro pro Monat. Beim vom VVS festzulegenden Preissprung wäre das deutschlandweit gültige Nahverkehrsabo außen vor.
Noch haben jene Fahrgäste, die auf VVS-Fahrscheine abseits des Deutschlandtickets setzen, eine gewisse Schonfrist. Die neue Tarifstruktur könnte zum 1. September 2025 greifen. Der Aufsichtsrat soll bis Anfang April einen Knopf an die Sache machen – es sei denn, die Aufseher treten nochmals zu einer Sondersitzung zusammen. Die könnte nötig werden, wenn es darum geht, die Chefetage neu zu ordnen. Thomas Hachenberger, der zusammen mit Cornelia Christian als Geschäftsführer die Doppelspitze des VVS bildet, geht zum Jahresende in den Ruhestand.
Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger läuft, ein nahtloser Übergang nach Thomas Hachenbergers Ausscheiden ist aber nicht möglich, weil sich das Verfahren hinzieht – oder schlicht zu spät gestartet wurde.