Bundeswehr-Soldat in der Nähe des Flughafens der malischen Stadt Gao. Foto: dpa/Michael Kappeler

Vor einer Verlängerung der Bundeswehr-Einsätze in Mali und Niger fordern Experten größere Anstrengungen vor allem der malischen Regierung.

Gao/Berlin - Die zunehmende Gewalt im Sahel und das Ausgreifen dschihadistischer Milizen aus dem Sahel nach Süden in die westafrikanischen Küstenstaaten stellen das militärische Engagement Deutschlands in der Region vor neue Herausforderungen. Der drohende Staatszerfall in Mali und Burkina Faso lasse „eine simple Fortführung oder Verstärkung“ des deutschen Beitrags „an der Seite der französischen Armee unter sonst gleichen Umständen als politisch ausgeschlossen erscheinen“, heißt es im Entwurf eines Konzeptpapiers für Bundestag und Bundesregierung, das unserer Zeitung vorliegt. Geber wie Deutschland sollten die Führung speziell in Burkina Faso und Mali drängen, ernsthafter zur Entschärfung der Konflikte, besseren Bedingungen für die Bevölkerung und zur Ertüchtigung ihrer Armeen beizutragen, schreiben die Autoren um den Mainzer Afrikanisten Helmut Asche.

Einsätze in Mali und Niger

Die Bundeswehr stellt in Mali knapp 900 Soldaten der Uno-Friedenstruppe Minusma. Mit weiteren rund 150 Soldaten unterstützt sie dort die Ausbildungsmission EUTM der EU. In Niger bilden deutsche Spezialkräfte Heeres-Eliteeinheiten aus.

„Stabilisierende Wirkung erhalten“

Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr, sagte unserer Zeitung zur Perspektive dieser Einsätze: „In Niger möchten wir unsere Ausbildungsmission, die ich sehr positiv sehe, fortsetzen. Bei Minusma ist mir wichtig, dass wir die stabilisierende Wirkung unserer Kräfte im Raum erhalten. Bei EUTM werden wir versuchen, die malischen Soldaten noch besser auszubilden, so dass sie sich bei Anschlägen schützen und durchsetzen können.“ Die Sahel-Staaten Burkina Faso, Mali, Niger und Tschad werden zunehmend von schweren Terroranschlägen und Angriffen auf Sicherheitskräfte erschüttert.

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