Haarscharf vorbei: Die Alternative für Deutschland zieht wohl nicht in den Bundestag ein - in Stuttgart ist man enttäuscht. Foto: www.7aktuell.de | Jonas Oswald

Das hätte sich die Alternative für Deutschland nun wahrlich nicht träumen lassen: Auf Anhieb erzielen die Euroskeptiker in Baden-Württemberg laut Hochrechnungen 5,6 Prozent - für den Bundestag reicht es trotzdem nicht.

Stuttgart - Das hätte sich die Alternative für Deutschland (AfD) nun wahrlich nicht träumen lassen: Auf Anhieb erzielen die Euroskeptiker in Baden-Württemberg laut Hochrechnungen 5,6 Prozent - und nimmt vor allem der FDP in deren Stammland Stimmen weg. In den Bundestag zieht die AfD trotzdem nicht ein - sie scheitert mit 4,9 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

So waren die Stuttgarter AfD-Anhänger bei ihrer Wahlparty in der Sängerhalle in Stuttgart-Untertürkheim auch ein wenig hin- und hergerissen. Freude über das gute Abschneiden im Südwesten, Enttäuschung darüber, dass es am Ende doch nicht ganz gereicht hat.

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Der Jubel über das schlechte Ergebnis der FDP war ohrenbetäubend. Doch wenig später – als auch die Prognose für die AfD bekannt gegeben wird – kommt der Applaus nur mit Verzögerung. 4,9 Prozent hat die Partei, die sich erst Anfang des Jahres gegründet hat, aus dem Stand geschafft. Nach dem ersten Moment der Enttäuschung geben sich die rund 300 Besucher hoffnungsvoll. Laute „AfD“-Rufe ertönen. „Wir sind jetzt schon die Sieger des Abends, so etwas hat noch keine andere Partei geschafft“, sagt Ronald Geiger, Direktkandidat der AfD im Wahlkreis Stuttgart I.

Die Partei, die eine Alternative zur Euro-Rettungspolitik bieten will, hat Wähler von CDU, FDP und Linke für sich gewinnen können. „Auch wenn wir es heute nicht schaffen, wir sind keine Eintagsfliege“, sagt Geiger. Die Hoffnung stirbt bis zum Schluss nicht. Bei jeder Hochrechnung herrscht angespannte Stille. Doch jedes Mal dasselbe Ergebnis: Die 4,9 Prozent bleiben wie in Stein gemeißelt. „Das geht nicht mit rechten Dingen zu“, rufen einige im Saal verärgert. Doch für die Mitglieder ist klar: „Mit uns muss man in Zukunft rechnen.“

Nach Ansicht ihres Landessprechers Bernd Kölmel hat der AfD die Zeit gefehlt, um sich vor der Bundestagswahl bei den Wählern bekanntzumachen. „Die Zeit ist uns davongelaufen“, sagte Kölmel im SWR. Der Protestpartei mit derzeit 2200 Mitgliedern im Land ist vor allem die schwarz-gelbe Euro-Politik ein Dorn im Auge.

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