Bereit zum Abgang: CDU-Chef Armin Laschet. Foto: AFP/Tobias Schwarz

CDU-Chef Armin Laschet rudert zurück: Die Union will zwar unbedingt regieren – jetzt aber auch gern ohne ihn.

Stuttgart - Was war das denn? CDU-Chef Armin Laschet verkündet, dass seine Partei weiter eine von Union, Grünen und FDP getragene Regierung führen will, dass deren Kanzler aber nicht mehr Laschet heißen muss. So groß ist der Wille zum Regieren, dass die CDU jetzt sogar den Betrug an ihren Wählern anbietet.

 

Wer bestimmt, wer Kanzler wird?

Die Union ist schließlich keineswegs unter einem schwarz-grün-gelben Banner in den Wahlkampf gezogen, wohl aber ausdrücklich für den Kanzlerkandidaten Laschet. Es nun der CSU, die der Jamaika-Koalition schon eine Absage erteilt hat, den Wunschpartnern Grüne und FDP oder wem auch immer anheim zu stellen, wen die CDU ins Kanzleramt schicken darf, mag ein verlockendes Angebot sein. Bloß nicht für diejenigen, von denen sich diese Partei irgendwann noch einmal Stimmen erhofft. Sie wissen nun: Bei der CDU bleibt unklar, ob im Paket drin steckt, was außen drauf steht.

Ausgerechnet jetzt

So liefert, was als Demutsgeste neue Möglichkeiten im Koalitionspoker eröffnen soll, einen weiteren Beleg dafür, wie erneuerungsbedürftig die CDU dasteht. Die Kraft und Souveränität, die eine Susanne Eisenmann nach ihrer Niederlage im März in Baden-Württemberg gezeigt hat, bringt die Partei nicht mehr auf. Ausgerechnet jetzt. Wo so viele Richtungsentscheidungen im Klimaschutz, in der Sicherheitspolitik, im Pflege- oder Rentensystem anstehen. Wo Deutschland eine handlungsfähige bürgerliche Kraft besonders dringend braucht.