Es wird spannend bei der Bundestagswahl in Baden-Württemberg an diesem Sonntag. Foto: dpa

Findet die CDU zu ihrer alten Stärke zurück? Liegt die SPD vor den Grünen? Und was ist mit der daniederliegenden FDP? Spannende Fragen ranken sich im Südwesten um die Bundestagswahl an diesem Sonntag.

Stuttgart - Rund 7,6 Millionen Baden-Württemberger sind an diesem Sonntag zur Bundestagswahl aufgerufen. Die Wahllokale haben von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Während es im Bund um die Frage geht, ob ein Regierungswechsel in Berlin doch noch möglich ist, gilt die Bundestagswahl im Land als erster Stimmungstest für die grün-rote Landesregierung. In Baden-Württemberg bewerben sich insgesamt 540 Männer und Frauen um ein Bundestagsmandat. 20 Parteien im Land sind mit Landeslisten zur Bundestagswahl zugelassen. Das vorläufige amtliche Endergebnis soll noch am Sonntagabend vorliegen.

Kann Kretschmann die Grünen nach vorne bringen?

Die SPD hatte bei der Bundestagswahl 2009 mit 19,3 Prozent der Zweitstimmen ein historisches Tief erreicht. Sie hofft nun, wieder Land gewinnen zu können und vielleicht sogar ein besseres Ergebnis als die Südwest-Grünen einzufahren. Die Grünen kamen vor vier Jahren auf 13,9 Prozent der Zweitstimmen. Bei der Landtagswahl im Jahr 2011 schossen sie aber auf 24,2 Prozent hoch, so dass eine Regierung mit der SPD möglich wurde. Die Frage ist, ob die Grünen auch bei der Bundestagswahl von der Beliebtheit ihres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann profitieren, oder ob die umstrittenen Steuerpläne der der Bundespartei das Landesergebnis mit nach unten reißen.

In Stuttgart versucht Grünen-Bundeschef Cem Özdemir, nach einem erfolglosen ersten Anlauf vor vier Jahren nun ein Direktmandat zu ergattern. Sein größter Konkurrent ist CDU-Amtsinhaber Stefan Kaufmann. Auch die Grünen-Spitzenkandidatin im Südwesten, Kerstin Andreae, hofft auf ein Direktmandat - in Freiburg. Dort hat sie aber mit SPD-Außenexperte Gernot Erler einen großen Konkurrenten. Erler holte vor vier Jahren das einzige Direktmandat für die Südwest-SPD. Jetzt hoffen die Sozialdemokraten, möglicherweise auch in Mannheim mit Stefan Rebmann ein Direktmandat zu bekommen.

CDU will Ergebnis von 2009 verbessern

Für die CDU geht es darum, mindestens das Ergebnis von 2009 zu verbessern. Damals hatte die Südwest-CDU mit 34,4 Prozent ihr bis dahin schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl eingefahren. Allerdings ergatterte sie damals 37 von 38 Direktmandaten und lag bei den Zweitstimmen - wie in den Vorjahren - immer noch über dem Bundesergebnis der CDU. Nach der Landtagswahl 2011 musste die Partei nach 58 Regierungsjahren die Macht im Land abgeben. Die CDU hofft, nun, zur alten Stärke zurückzufinden.

Hier die aktuelle Umfrage zur Bundestagswahl »

Am schwierigsten ist das Ergebnis für die FDP vorherzusehen. In Bayern scheiterte sie bei der Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde. Möglicherweise führt dieses dazu, dass CDU-Anhänger den Liberalen bei der Bundestagswahl die Zweitstimme geben, damit eine schwarz-gelbe Koalition im Bund wieder möglich wird. Vor vier Jahren hatte die FDP in ihrem Stammland Baden-Württemberg mit 18,8 Prozent der Stimmen ihr bis dahin bestes Bundestagswahlergebnis eingefahren. Es war zugleich das beste Ergebnis im Vergleich der Landesverbände.

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