Seit 8 Uhr haben im Südwesten die Wahllokale geöffnet - und das Rennen um die Plätze im Bundestag beginnt. Die Wähler entscheiden nicht nur darüber, wer in Berlin regieren wird. Die Wahl gilt auch als Stimmungstest für die grün-rote Landesregierung.

Stuttgart - Die Bundestagswahl ist in Baden-Württemberg ruhig angelaufen. Am Sonntagvormittag gaben die ersten der rund 7,6 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimmzettel für die Bundestagswahl ab. Die Briefwahl ist stark im Kommen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wählte in Laiz bei Sigmaringen im Rathaus.

In Stuttgart hatten bis 11 Uhr 11,9 Prozent (2009: 12,3 Prozent) der rund 375 000 Stimmberechtigten gewählt. „Einen absoluten Rekord mit 23,9 Prozent haben wir dieses Jahr bei den Briefwählern. Das entspricht ungefähr 93 000 Wählern“, sagte Sprecher Sven Matis. 2009 seien es noch 19,5 Prozent gewesen, die ihre Stimme vorab abgaben. „Alles zusammen gerechnet, liegt die Wahlbeteiligung leicht höher als vor vier Jahren“, ergänzte Matis.

Ulm sprach von einem sehr ruhigen Wahlverlauf, bis 10.00 gaben 6,4 Prozent (2009: 7,9) der rund 82 000 Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Mit 23,3 Prozent lag die reine Briefwahlbeteiligung höher als 2009 mit 19,3 Prozent. In Mannheim beteiligten sich bis 10.00 Uhr 6,3 Prozent (2009: 7,3) der Stimmberechtigten an der Wahl. 25,7 gaben ihr Votum per Briefwahl ab (2009: 23,9).

In Freiburg gingen 12,5 Prozent der Stimmberechtigten an die Wahlurnen. Den Anteil der Briefwähler bezifferte das Wahlamt auf 22,5 Prozent. Vergleichszahlen zu 2009 gab es nicht. In Pforzheim lag die Wahlbeteiligung um 11 Uhr bei 13,3 Prozent (2009: 14,12). In Karlsruhe stieg die Wahlbeteiligung von 16,7 Prozent im Jahr 2009 auf 17,1 Prozent am Sonntag.

Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet

Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet. Es geht um die Frage, ob ein Regierungswechsel im Bund möglich ist, oder ob Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiterregieren kann. Im Südwesten gilt die Bundestagswahl auch als erster Stimmungstest für die grün-rote Landesregierung, die seit 2011 im Amt ist.

Die SPD hatte bei der Bundestagswahl 2009 mit 19,3 Prozent der Zweitstimmen ein historisches Tief erreicht. Die Grünen kamen vor vier Jahren auf 13,9 Prozent der Zweitstimmen. Bei der Landtagswahl im Jahr 2011 schossen sie aber auf 24,2 Prozent hoch, so dass eine Regierung mit der SPD möglich wurde. Die Frage ist, ob die Grünen auch bei der Bundestagswahl von der Beliebtheit ihres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann profitieren, oder ob die umstrittenen Steuerpläne der Bundespartei das Landesergebnis mit nach unten reißen.

Für die CDU geht es darum, mindestens das Resultat von 2009 zu verbessern. Damals hatte die Südwest-CDU mit 34,4 Prozent ihr bis dahin schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl eingefahren. Jedoch ergatterte sie 37 von 38 Direktmandaten und lag bei den Zweitstimmen immer noch über dem Bundesergebnis der CDU. Die FDP hatte 2009 in ihrem Stammland Baden-Württemberg mit 18,8 Prozent der Stimmen ihr bis dahin bestes Bundestagswahlergebnis eingefahren.

In Baden-Württemberg bewerben sich 540 Männer und Frauen um Bundestagsmandate. 20 Parteien im Land sind mit Landeslisten zur Bundestagswahl zugelassen. Das vorläufige amtliche Endergebnis soll noch am Sonntagabend vorliegen.

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