Nicht rundum zufrieden: Tore Aleksandersen, Coach von Allianz MTV Stuttgart. Foto: Baumann

Allianz MTV Stuttgart siegt bei den Ladies in Black Aachen 3:0 und gewinnt dabei den dritten Durchgang 42:40 – was Coach Tore Aleksandersen mit gemischten Gefühlen sieht.

Aachen/Stuttgart - Kim Renkema hat in ihrer Karriere als Volleyballerin schon verrückte Dinge erlebt. Einen Satz mit dem Ausgang von 42:40 aber noch nicht. „Es passieren kuriose Sachen im Volleyball. Bei so einem Satz war ich aber noch nicht dabei“, sagte die Sportchefin von Allianz MTV Stuttgart. Das konnte die Niederländerin auch nicht – zumindest nicht in ihrer Zeit in der Frauen-Bundesliga. Denn der dritte Satz beim 3:0-Erfolg (25:13, 25:20, 42:40) von den Stuttgarterinnen bei den Ladies in Black Aachen war mit 82 Punkten der punktereichste in der Geschichte der Liga. Die Rekordmarke lag bis zu der Partie am Samstagabend bei einem Satzausgang von 38:36. Dreimal war dieses Ergebnis vorgekommen, zuletzt zugunsten des SC Potsdam im Duell mit dem Dresdner SC im November 2013. Noch mehr gepunktet wurde nur in der Männer-Bundesliga: Im Dezember 2019 endete der dritte Durchgang in der Begegnung zwischen den Alpenvolleys Haching und der SVG Lüneburg mit 50:48. „Für die Zuschauer und die Spielerinnen ist es natürlich toll, bei so einem Ereignis dabei gewesen zu sein“, sagte MTV-Coach Tore Aleksandersen, „für mich als Trainer natürlich nicht.“ Und eigentlich hatten die MTV-Volleyballerinnen auch Möglichkeiten genug gehabt, um die Nerven des Norwegers nicht so sehr auf die Folter zu spannen. Zehn Matchbälle gab es für die Gäste in der Sporthalle Neuköllner Straße, zehn wehrten die Ladies in Black Aachen ab.

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„In solchen Situationen gibt es keine Favoriten mehr. Da wird es einfach nur noch wild“, sagte Kim Renkema. Und weil die Stuttgarterinnen, die ihrerseits sieben Aachener Satzbälle abwehrten, ihren elften Matchball verwandelten, war auch Tore Aleksandersen nach einer Satzdauer von 45 Minuten versöhnt. „Wir hatten vier, fünf Chancen, den Sieg früher fix zu machen. Aber die Leistung war okay. Und es war wichtig, dass wir zu Null gewinnen.“

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Denn im Rennen um den ersten Platz könnte bei Punktgleichheit das Satzverhältnis entscheiden. Und da bleibt der MTV (41:12) dem Dresdner SC (42:9/ein Spiel mehr) mit dem 3:0 dicht auf den Fersen. Deshalb gönnte Aleksandersen den neuen Rekordhalterinnen den besonderen Moment, um sich über das seltene Ergebnis zu freuen. „Sie dürfen so einen Satz auch feiern“, sagte der 52-Jährige, fügte aber gleich hinzu: „Aber nicht zu lange.“ Schließlich geht es an diesem Mittwoch es im Duell beim SC Potsdam schon wieder um jeden Satz.

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