Kritik an der „Extra-Stadionwurst“: Bei den Grünen herrscht Unverständnis (Symbolbild).  Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Der von der Politik beschlossene Re-Start in den Fußball-Bundesligen hat im deutschen Sport große Zustimmung erhalten. Nur aus der oppositionellen Politik regt sich Kritik.

Köln - Fritz Keller, Joachim Löw und Karl-Heinz Rummenigge waren sich einig. Das von der Politik erteilte grüne Licht für den Neustart der seit Mitte März unterbrochenen Saison in der 1. und 2. Bundesliga erfreute und erleichterte die Köpfe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des deutschen Rekordmeisters Bayern München zugleich. 

Die Entscheidung sei „ein Vertrauensbeweis der Gesundheitsbehörden und der Politik“, sagte DFB-Präsident Keller, Bundestrainer Löw sprach mit Blick auf die Nationalspieler von einem „wichtigen Schritt“, und Bayern-Präsident Rummenigge bedankte sich bei der Politik, „dass sie mit ihrer heutigen Entscheidung die Möglichkeit geschaffen hat, die Bundesligasaison zu Ende zu spielen“.

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Deutsche Fußball Liga reagierte mit Erleichterung

Zuvor reagierte die Deutsche Fußball Liga (DFL) bereits mit großer Erleichterung. „Die Entscheidung ist eine gute Nachricht für die Bundesliga und die 2. Bundesliga“, sagte DFL-Boss Christian Seifert: „Sie ist verbunden mit einer großen Verantwortung für die Klubs und ihre Angestellten, die medizinischen und organisatorischen Vorgaben diszipliniert umzusetzen.“ Ab wann genau die Geisterspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit starten, wird am Donnerstag geklärt. Dann versammeln sich die 36 Klubchefs virtuell.

Und natürlich fiel auch bei den restlichen Bundesligisten großer Ballast ab. „Wir freuen uns sehr, dass uns die Politik mit ihrer Entscheidung die Möglichkeit gibt, die Saison im Mai weiterspielen zu können. Im Zuge der vielen bundesweiten Lockerungen ist dies eine aus unserer Sicht gute und richtige Entscheidung“, sagte RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. „Wir bedanken uns für das Vertrauen, dass die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin dem Profifußball entgegengebracht haben und das für uns nun natürlich auch eine Verpflichtung ist“, sagte Hoffenheims Geschäftsführer Peter Görlich.

Grüne haben großes Unverständnis

Großes Unverständnis für die Entscheidung gab es hingegen aus der politischen Opposition, bei Bündnis 90/Die Grünen. Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik, sieht in der Entscheidung eine nicht nachvollziehbare „Extra-Stadionwurst für den Profifußball. „Während besonders exponierte Berufsgruppen wie etwa Pflegerinnen und Pfleger in Pflegeheimen immer noch nicht ausreichend auf COVID-19 getestet werden, wird genau dies nun bei Profifußballern praktiziert“, sagte Lazar in einem Statement: „Die Vorfälle bei Hertha BSC zeigen außerdem, dass das Konzept in der Praxis teilweise nicht umgesetzt wird.“

Während die Grünen den Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hinterfragten, traf die Entscheidung am Mittwoch auch abseits des Fußballs voll und ganz den Nerv der Beteiligten. „Es ist eine zwingend richtige Entscheidung. Alles andere wäre nicht gut gewesen. Das ist ein gutes Zeichen für den Sport“, sagte Bob Hanning, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, dem SID. HBL-Chef Frank Bohmann, pflichtete ihm bei: „Grundsätzlich ist es ein sehr gutes Zeichen, und es freut mich für die DFL. Es ist vielleicht auch ein Zeichen für den gesamten Sport.“

Der Fußball trage „mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs der 1. und 2. Bundesliga eine große Verantwortung“, betonte Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Und auch Horst Heldt, Manager beim 1. FC Köln, wies noch einmal darauf hin: „Wir sind immer noch in einer schwierigen Situation als Gesellschaft im Kampf gegen die Pandemie.“

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