Dortmunds Raphael Guerreiro jubelt mit Axel Witsel über seinen Treffer zum 4:0. Foto: Foto: dpa/Bernd Thissen

Borussia Dortmund schlägt die Eintracht aus Frankfurt hochverdient vor heimischer Kulisse. Mit dem Sieg zeigt sich die Mannschaft von Lucien Favre bereit für den ersten Champions-League-Kracher mit Paris Saint-Germain.

Dortmund - Hinten gefestigt, vorne gnadenlos: Mit alter Offensivpower und neuer Stabilität hat Borussia Dortmund Anzeichen einer Krise hinweggefegt. Der BVB besiegte Eintracht Frankfurt am Freitagabend vollkommen verdient mit 4:0 (1:0), nahm Druck von Trainer Lucien Favre und meldete wieder Ansprüche im Titelrennen an. Zudem scheint die wie gewohnt stürmische Borussia nach zuletzt zwei Niederlagen mit sieben Gegentoren ihre Abwehrprobleme in den Griff zu bekommen.

Routinier Lukasz Piszczek knackte beim neunten Heimsieg gegen Frankfurt in Serie mit einem Linksschuss die Eintracht-Defensive (33.). Jadon Sancho (50.), Wunderkind Erling Haaland (54.) mit seinem achten Tor im fünften Ligaspiel und der herausragende Raphael Guerreiro (74.) sicherten den nie gefährdeten Erfolg. Die zuletzt arg verunsicherte Mannschaft riss rechtzeitig zum Champions-League-Achtelfinale gegen Paris St. Germain das Ruder herum, der Rückstand auf die Ligaspitze bleibt überschaubar.

Piszczek kehrt zurück

„Die Null hinten war sehr wichtig“, sagte BVB-Abwehrchef Mats Hummels bei DAZN: „Wir haben auch nicht viele Chancen zugelassen. Das war kein zu Null der Abwehr, sondern der gesamten Mannschaft.“

Favre erhörte seine Kritiker: Er verzichtete erstmals seit dem 21. November auf Verteidiger Manuel Akanji, der sich in den vergangenen Monaten als steter Unsicherheitsfaktor präsentiert hatte. Der souveräne Piszczek spielte dafür rechts in der BVB-Viererkette, die Verletzung von Julian Brandt sollte auf der Zehn Thorgan Hazard kompensieren. Bei der Eintracht kehrte der frühere Dortmunder Sebastian Rode als Sechser ins Team zurück.

Dreckiger spielen, konsequenter sein, alberne Patzer vermeiden - das alles hatte sich der BVB fest vorgenommen. Es ließ sich nach einer riesigen Wende-Choreographie über die gesamte Südtribüne auch gut an: Die Dortmunder hielten das Spiel von ihrem Tor weg und stürmten. Guerreiro traf mit einem scharf geschossenen Freistoß den Pfosten (9.). 

Abwehr leistet Schwerstarbeit

Die Eintracht sah sich vor 81.365 Zuschauern (ausverkauft) zum Reagieren gezwungen: Sie lief hinterher. Die von Martin Hinteregger dirigierte Abwehr leistete Schwerstarbeit und brachte mehrere Male in höchster Not noch einen Fuß dazwischen. Die Belohnung dafür gab es nach 20 Minuten, als sich der Schraubstock etwas löste. Die Frankfurter griffen fortan früher an, was den BVB im Aufbau vor mehr Probleme stellte.

Eins war der Eintracht immerhin gelungen: Bis zu Haaland im Dortmunder Sturmzentrum kam der Ball lange erst gar nicht, auch weil Hazard im Gegensatz zu Brandt nicht mundgerecht servierte. Nach einem doppelten Abpraller aber fiel der Ball Routinier Piszczek vor die Füße, der mit links flach einschoss - mit etwas Glück zwischen vier Abwehrbeinen hindurch.

Frankfurt bleibt körperlos

Das Warten auf die erste Frankfurter Torchance hingegen ging auch nach der Einwechslung von Stürmer Bas Dost für Mijat Gacinovic weiter. Die Eintracht wagte sich aber gezwungenermaßen aus der Deckung, den Dortmundern erlaubte dies viele brandgefährliche Steilpässe nach Ballgewinnen.

Nach einem solchen ließ Sancho Eintracht-Kapitän David Abraham vor dem 2:0 komplett abgezockt ins Nichts grätschen. Haaland war kurz darauf Endpunkt einer sehenswerten Kombination über Sancho und Achraf Hakimi. Die Frankfurter resignierten gegen entfesselte Gastgeber, sie kamen nicht nach vorne und blieben merkwürdig körperlos.  

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