So stellen sich die Planer den 22 000 Quadratmeter großen Daimler-Neubau vor. Foto: O&O Baukunst/bloomimages GmbH (2), Krämer (1)

Der Autobauer stellt die Pläne für einen neuen Bürokomplex im Norden von Leinfelden vor. Baubeginn ist im Jahr 2018.

Leinfelden-Echterdingen - Daimler hat große Pläne für Leinfelden. Welche, das stellte der Autobauer erstmals mehr oder weniger detailliert bei der Sitzung des Technischen Ausschusses am vergangenen Dienstag vor. Daimler, der bereits mit Standorten in der Großen Kreisstadt vertreten ist, will im Gewerbegebiet am Fasanenweg im Norden von Leinfelden einen Bürokomplex bauen; er soll nach dem Abbruch einer Halle auf einer Industriebrache errichtet werden.

Mit Hugo Daiber (Daimler Real State), Ingo Konrad (Daimler AG) und Roland Duda vom mit den Planungen beauftragten Büro Ortner & Ortner Baukunst waren gleich drei Vertreter des Konzerns im Sitzungssaal des Echterdinger Rathauses, um dem Gremium die Pläne zu erläutern.

Der Neubau soll ein Bekenntnis zur Region sein

Konrad sprach von einem starken internen Kulturwandel, der sich bei der Büroplanung niederschlage. „Wir schotten uns nicht mehr ab wie vor Jahren, sondern wollen offen und transparent sein.“ Konrad sprach in diesem Zusammenhang von einem „nachhaltigen Bekenntnis zur Region“. Zudem wolle man keine weitere Streuung von Büroflächen und so den Verkehr zwischen den Standorten reduzieren.

Mehrere Gründe sprechen nach Ansicht von Daiber für das Areal zwischen Fasanenweg und Meisenweg. „Es ist verkehrsgünstig gelegen und auch mit dem ÖPNV gut erreichbar.“ Zudem gebe es einen gültigen Bebauungsplan, der nur zwei oder drei Abweichungen habe. „Wir wollen recht schnell vorankommen“, sagte Daiber und kündigte an, noch im Jahr 2017 das Baugesuch einreichen zu wollen. Geplanter Baustart sei im Jahr 2018, der Bezug ist für das Jahr 2020 geplant. Duda ging näher auf die Detailplanung „auf diesem wegen seiner heterogenen Nachbarschaft nicht einfachen Grundstück“ ein. Demnach werden auf dem 22 000 Quadratmeter großen Grundstück drei Gebäude mit bis zu sechs Geschossen errichtet. Darin sollen rund 2000 Menschen arbeiten.

Im Untergeschoss sowie einem Parkhaus wird Platz für 1600 Autos und 400 Fahrräder im Erdgeschoss geschaffen. Der Haupteingang soll am Fasanenweg sein. Das Erdgeschoss wird den Plänen zufolge ein offener und zugänglicher Bereich mit Betriebsgastronomie, Lobby, Café und Konferenzbereich. Großzügige Grünzonenen in den Innenhöfen sowie ein öffentlich zugänglicher zentraler Platz sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Auch beim Weg zur Arbeit will Daimler neue Wege beschreiten

Zudem sollen vom Fasanenweg aus die Parkplätze angefahren werden. „Wir erwarten, dass ein überproportional hoher Anteil der Mitarbeiter mit dem Auto kommt“, sagte Daiber. Gleichzeitig wolle man Anreize geben, auf das Auto zu verzichten, ergänzte er und sprach von Fahrgemeinschaften, E-Mobilität und dem Fahrrad. Ein in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten soll diese Pläne weiter beleuchten.

Die Stadträte nahmen die Daimler-Ansiedlung positiv auf. „Das geht in Ordnung“, sagte Ingrid Grischtschenko. Die Grünen-Fraktionschefin freut, dass die „gesamte Klaviatur der Anbindung“ gespielt wird und sogar von Nachbarschaft gesprochen werde. Walter Vohl (Freie Wähler) wollte wissen, ob Daimler auch Kinderbetreuungsplätze einrichten werde. Das sei nicht geplant, sagte Daiber. Da werde man noch auf die Stadt zukommen. Haug sieht „Hausaufgaben“ für die Stadt, wenn weitere 1600 Fahrzeuge durch den Fasanenweg fahren.

Hugo Daiber ist jedoch davon überzeugt, das „ordentlich hinzubekommen“. Er setzt unter anderen auf flexible Arbeitszeiten, einen deutlich höheren Anteil von Elektroautos und eine App, die signalisiert, wann der beste Zeitraum zum Kommen und Gehen ist. Die allerdings – räumte er ein – gibt es momentan nur in seinen Träumen.