Auf dieser Freifläche im Esslinger Stadtteil Zell könnte eine künstliche Mountainbike-Strecke für Kinder und Jugendliche entstehen. Foto: /Peter Stotz

Bei der Bürgerversammlung in Zell waren Sport- und Spielflächen für die junge Generation ein Thema. Aber auch der Nahverkehr bewegt die Menschen.

Nach einer längeren, durch die Corona-Pandemie bedingten Pause fand am Donnerstagabend in Zell eine Einwohnerversammlung statt. Neben der Neuwahl des Bürgerausschusses standen als Schwerpunktthemen die Sportstättenentwicklung und Verbesserungen für den Busverkehr auf der Tagesordnung. Während die projektierte Buslinie 117 weiter im Planungsstadium bleibt, wird sich bei den Sport- und Spielflächen etwas tun.

 

Sechs Jahre lang hatte auch in Zell wegen der Pandemie keine Einwohnerversammlung stattgefunden. „Wir haben die Pause jedoch genutzt, eine neue Form der Zusammenarbeit mit den Bürgerausschüssen zu finden und gute Erfahrungen damit gemacht“, sagte Oberbürgermeister Matthias Klopfer im Bürgerhaus Zell.

Dies bestätigte auch Uwe Maier, der bisherige kommissarische Vorsitzende des Bürgerausschusses. „Es ist wichtig, dass der Bürgerausschuss Rückmeldungen, vor allem aber Themen aus der Bürgerschaft für die Diskussion mit der Stadt erhält“, sagte er. Maier verwies darauf, dass bereits vieles für den Stadtteil in Kooperation mit der Stadtverwaltung bewegt werden konnte.

So seien Verbesserungen, etwa für Fußgänger und Radfahrer, für Jugendliche und Senioren, aber auch für das gesellschaftliche Leben im Ort erreicht worden. Beispielhaft seien Untersuchungen zu Aufenthalts- und Wohlfühlorten für Kinder und Jugendliche, Verbesserungen bei der Sauberkeit im öffentlichen Raum, ein inklusiver Spaziergang zum Abbau von Barrieren im Ort und nicht zuletzt die Steigerung der Attraktivität des Zentrums durch die Aufwertung des Backhausplatzes zu nennen. „Das zeigt uns: Wenn wir die Dinge zusammen angehen, sind wir eine starke Gemeinschaft“, stellte der kommissarische Vorsitzende fest.

OB Klopfer gibt kommunalpolitischen Überblick

Oberbürgermeister Klopfer betonte in einem kommunalpolitischen Überblick, dass die Stadt trotz unsicherer wirtschaftlicher Entwicklungen und absehbar großer finanzieller Herausforderungen einige Schwerpunkte setze. So stünden etwa die Sanierung und der Ausbau von Schulen und Kindertagesstätten weit oben auf der Agenda. Auch der Wandel der Innenstadt, die Mobilitätswende, der Klimaschutz, der Wohnungsmarkt und nicht zuletzt der Fachkräftemangel würden aktiv angegangen.

Auch im Stadtteil Zell werde sich einiges tun. Der Bürgerausschuss hatte zur Versammlung das Thema „Bestand und Bedarf öffentlich zugängiger Sportstätten in Zell, insbesondere für Jugendliche“ als Tagesordnungspunkt benannt. Das Thema „Erweiterung des Sportplatzes zur Förderung sportlicher Entwicklung, Inklusion und Gesundheit“, das aus der Einwohnerschaft gemeldet worden war, wurde in die Diskussionen im Bürgerhaus einbezogen.

Wie Matthias Scheider vom Grünflächenamt erläuterte, ist Zell laut der städtischen Entwicklungsplanung für Sportstätten recht gut mit Sport- und Bewegungsflächen versorgt. Dennoch werde noch in diesem Monat eine Betrachtung und Bewertung der Spiel-, Sport- und Freiflächen erfolgen. „Wir sehen jedoch in Zell nur wenige freie Flächen für Erweiterungen“, erklärte der Experte. Auf einem städtischen Grundstück bei der Sporthalle werde sich allerdings in näherer Zukunft etwas tun. Dort soll eine Pumptrack-Anlage entstehen, auf der sich Kinder und jüngere Jugendliche mit Rollern und Fahrrädern sportlich betätigen können.

„Bei Spielflächen für Kinder besteht südlich der Bahnlinie ein Defizit“, sagte Sportamtsleiter Marius Osswald. Er berichtete, dass die Stadt derzeit prüfe, ob auf dem Areal der Unterkunft in der Robert-Koch-Straße nach deren Abbau im Jahr 2026 ein Spielplatz entstehen könnte. Bereits wesentlich eher könnte bei der Sporthalle ein Outdoor-Fitnessplatz entstehen.

Arbeitsgemeinschaft soll Bewegungsräume entwickeln

Zur weiteren Entwicklung von Sport- und Spielflächen schlage er vor, eine Arbeitsgemeinschaft für öffentliche Bewegungsräume in Zell zu gründen, in der der Bürgerausschuss neben der Verwaltung und dem Jugendgemeinderat eine tragende Rolle spielen sollte. Dort könnten die Projekte im Detail geplant und diskutiert werden.

Die seit langer Zeit geplante Buslinie 117, die vom Bahnhof aus Hangelstein und nicht zuletzt das Gebiet Egert mit einem barrierefreien Kleinbus bedienen könnte, bleibt indes bis auf Weiteres in der Projektphase. Finanzbürgermeister Ingo Rust erläuterte, dass die Realisierung vom Kreis im Rahmen der Neuausschreibung des Linienbündels entschieden werde. Turnusgemäß wäre dies im Jahr 2028 der Fall. „Ich hoffe aber, dass wir das schon vorher hinbekommen“, sagte Rust. Er setze auf die Ergebnisse einer Klausurtagung des Kreistags im kommenden Januar.

Der Bürgerausschuss Zell

Das neue Gremium
Der Bürgerausschuss Zell kann bis zu zwölf Mitglieder umfassen. Sieben Personen hatten bei der aktuellen Wahl kandidiert. Dabei erhielt Ilka Raven-Buchmann 63 Stimmen, gefolgt von Bobby Veihl (59), Ralf Stober 57), Regine Babelotzky (53), Thorsten Gotthardy (50), Tobias Hardt (48) und Jürgen Seybold (47). Das Gremium will sich in Kürze zur konstituierenden Sitzung treffen.

Der Wahlmodus
Nach einer Neuregelung wurde für die Einwohnerversammlungen in den Esslinger Stadtteilen eine Beteiligungsplattform eingerichtet, über die auch die Wahl für den Bürgerausschuss durchgeführt werden kann. In Zell konnte im Zeitraum vom 24. Oktober bis 3. November online gewählt werden. Zudem gab es am Abend der Versammlung die Möglichkeit zur Wahl.