Bei der Bürgermeisterwahl in Korb hat Markus Motschenbacher am Ende zwar die Nase vorn, die absolute Mehrheit aber nicht geschafft. Nun kommt es zur Stichwahl.
Wie erwartet hat es bei der Bürgermeisterwahl in Korb ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Bewerber Markus Motschenbacher und Christian Hartmann gegeben. Zwar hatte Markus Motschenbacher nach der Auszählung der sieben Wahlbezirke und der Stimmen der Briefwähler die Nase vorn: Der parteilose Diplom-Verwaltungswirt konnte im ersten Wahlgang 43,8 Prozent der Wählerstimmen erzielen und dadurch Christian Hartmann mit einigen Prozentpunkten Vorsprung auf den zweiten Platz verweisen. Hartmann hatte 37,3 Prozent für sich verbuchen können.
Keiner erzielt die absolute Mehrheit
Die für den ersten Wahlgang benötigte absolute Mehrheit, sprich: mehr als die Hälfte der Wählerstimmen, schaffte Markus Motschenbacher, der aktuell als Erster Beigeordneter in Remshalden tätig ist, am Sonntag aber nicht. Da keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen für sich verbuchen konnte, müssen die 8513 Wahlberechtigten in Korb demnächst ein weiteres Mal an die Wahlurnen.
Beim nächsten Termin am 16. März handelt es sich dann um eine Stichwahl zwischen Markus Motschenbacher und Christian Hartmann, der in Weinstadt ein Modegeschäft betreibt. Derjenige, der bei dieser Stichwahl die höchste Stimmenzahl erzielt, wird der neue Rathauschef in Korb.
Markus Motschenbacher: keine Verschnaufpause
„Jetzt geht es in die Verlängerung“, sagt Markus Motschenbacher am Tag nach der Wahl. Angesichts des relativ geringen Abstands zu Christian Hartmann gelte es nun, die Position, für die er selbst stehe, nochmals klarzumachen und weitere Wählerinnen und Wähler zu überzeugen.
Von einer Verschnaufpause kann also keine Rede sein. „Ich mache mir gerade Gedanken, wie ich noch viele Menschen erreichen kann“, sagt Markus Motschenbacher. Seine Devise ist: auf die Straße und unters Volk. In den kommenden drei Wochen will der 43-Jährige noch einmal richtig Vollgas geben, obwohl er in seinem derzeitigen Job sehr gefordert ist: „Diesen Montagabend stehen zum Beispiel die Haushaltsberatungen in Remshalden an.“
Christian Hartmann: Erleichterung über Stichwahl
Auch Christian Hartmann ist bei der Auszählung am Wahlsonntag, die bis zum Schluss spannend war, vor Ort mit dabei gewesen. Sein Fazit: „Das ist ein Ergebnis, mit dem ich mich nicht verstecken muss.“ Überrascht habe ihn das Resultat des ersten Wahlgangs nicht, dennoch verspüre er „eine gewisse Erleichterung, dass es zur Stichwahl kommt“. Die Hälfte der Korber wollten „keinen reinen Verwalter“ im Amt des Bürgermeisters, sagt Christian Hartmann. Den Wunsch, „dass jemand mit neuen Ideen von außen dazu kommt“ habe er auch im Wahlkampf wahrgenommen. Mit seinem Unterstützerteam habe er vorab beschlossen, nichts vorauszuplanen, sondern das Wahlergebnis abzuwarten: Nun besprechen wir den Fahrplan, wie es weitergeht.“
Hohe Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung lag bei 76,6 Prozent. Für die beiden weiteren Kandidatinnen Sandra Schlipf und Lisa Gunter entschieden sich mit 12,7 Prozent beziehungsweise 5,9 Prozent deutlich weniger Wahlberechtigte. Lisa Gunter ist die derzeitige stellvertretende Haupt- und Ordnungsamtsleiterin bei der Gemeinde Korb. Sandra Schlipf leitet einen Kindergarten und sitzt für die Fraktion Korber Freie Bürger im Gemeinderat von Korb.
Der amtierende Bürgermeister Jochen Müller hatte im Juni vergangenen Jahres angekündigt, dass er nach seiner vierten Amtszeit kein weiteres Mal als Bürgermeister in Korb kandidieren wolle. In einer Erklärung teilte Jochen Müller damals mit, er sei sich nicht sicher, „ob ich in der Lage bin, den hohen Einsatz, den das Amt erfordert, bis zum Ende leisten zu können“.