Thomas Hornauer, Klaus Schäufele, Reinhard Molt, Fridi Miller und Axel Fischer (v.l.) haben sich in der Jahnhalle Grunbach vorgestellt.Foto:Gottfried Stoppel Foto:  

Alle fünf Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Remshalden haben sich am Dienstagabend offiziell vorgestellt. Anders als vielleicht von manchem Zuhörer erwartet, stand dabei fast ausschließlich der Inhalt im Vordergrund.

Schorndorf - Wer zur Vorstellung der Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Remshalden in die Grunbacher Jahnhalle gekommen war, um eine ganz große Show zu erleben, der ist vermutlich enttäuscht nach Hause gegangen. Die Kandidaten, die andernorts in dieser Hinsicht für Furore gesorgt hatten, blieben am Dienstagabend überraschend zahm.

Miller redet nur kurz, Hornauer gibt sich seriös

So nutzte zum Beispiel Friedhild Miller nur einen Bruchteil ihrer Redezeit, für anschließende Fragen stand sie gar nicht zur Verfügung: „Nach dem, wie in Urbach mit mir umgegangen wurde, tue ich mir das nicht mehr an“, ließ sie das Publikum wissen, das diese Ankündigung mit erleichtertem Applaus bedachte. Ansonsten sei bereits bekannt, dass sie für Kinder- und Menschenrechte kämpfe und es im Grunde ihr Ziel sei, Angela Merkel abzulösen. Sie wünsche den Bürgern ein gutes Händchen bei der Wahl, die am 6. Mai stattfindet: „Jede Gemeinde bekommt, was sie verdient“, sagte die 48-jährige Familienhelferin.

Auch Thomas Hornauer, der sich etwa bei der Bewerbervorstellung in Welzheim noch mit Schimpftiraden hervorgetan hatte, hielt eine seriöse Rede, die sich inhaltlich mit Remshalden beschäftigte: vom Ausbau der Ganztagesbetreuung über eine zügige Verwirklichung der Neuen Mitte bis zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Familien. „Wenn ich Bürgermeister werde, möchte ich, dass Remshalden die 15 000-Einwohner-Grenze überschreitet, dann komme ich beim Gehalt in die nächste Stufe“, sagte der 57-Jährige. Durch seine bisherigen Kandidaturen habe er Kommunalpolitik als etwas Besonderes erkannt: „Man ist direkt dran an den Menschen. Ich bin für euch da, mit all meiner Qualität.“

Fischer findet sich kreativ

Fast schon schwach war dagegen die Rede von Axel Fischer. Der Buocher, der bereits vor fünf Jahren schon einmal angetreten war, ließ vor allem seine vielen schulischen und beruflichen Stationen Revue passieren. Alle hätten ihn zu einem kreativen Kopf gemacht, der manches in Remshalden anders machen würde: „Die Neue Mitte sollte nicht einfach zubetoniert werden“, sagte der 46-Jährige. Ihm fehle ein richtiger Skatepark oder eine Boulderhalle für die Jugend in Remshalden. „Ich glaube, dass es im Ort andere wichtige Themen gibt“, merkte dazu eine junge Frau an. Gefragt wurde Axel Fischer auch danach, wie er zu dem Satz „keine Verfassung, kein Land, keine Rechte“ stehe. Eine eindeutige Antwort lieferte der dreifache Vater nicht: „Der eigentlich Skandal ist nicht, dass ich keinen Personalausweis habe, sondern der eigentliche Skandal ist doch, dass man ohne Staatsangehörigkeitsausweis nicht rechtsverbindlich nachweisen kann, dass man Staatsbürger ist.“

Molt überzeugt mit Fachwissen

Die beiden Gewinner des Abends dürften der erste und der letzte Kandidat auf der Bühne gewesen sein: Reinhard Molt und Klaus Schäufele. Molt hielt eine klar gegliederte Rede, sprach alle wichtigen Themen des Ortes an, beantwortete die Fragen aus dem Publikum mit der fachlichen Kompetenz, die er als technischer Beigeordneter und Baubürgermeister erlangt hat. „Man sagt mir nach, dass ich nicht nur bauen, sondern dass ich auch ganz gut mit Menschen kann“, sagte der parteilose 53-Jährige, der aber insgesamt doch ein bisschen hölzern blieb – auch im Vergleich zu Klaus Schäufele.

Schäufele sammelt menschlich Punkte

Der Architekt aus Buoch hatte sich in letzter Minute beworben, „weil Ihr eine echte Wahl haben sollt und damit nicht einfach alles so weiter geht“, sagte der parteilose 56-Jährige, der in seiner Rede zeigte, dass er sich mit wichtigen Themen des Ortes beschäftigt hat. Der Vater von drei Kindern gab zu, sich noch nicht mit jedem Detail auszukennen – und sammelte damit Sympathien. „Wie bei jedem Jobwechsel müsste ich mich erst in die Strukturen einarbeiten. Ich denke trotzdem, dass ich erfolgreich sein könnte – denn die wichtigste Fähigkeit als Bürgermeister ist es doch, die Aufgaben zu delegieren und die richtigen Menschen zusammenzubringen.“

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