Benjamin Treiber ist mit deutlichem Abstand zum Bürgermeister von Plüderhausen gewählt worden. Foto: Gottfried Stoppel

Der 28-Jährige aus Kernen wird im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Plüderhausen und damit dem Nachfolger von Andreas Schaffer gewählt. Der Abstand zu den anderen Kandidaten ist mehr als deutlich.

Plüderhausen - Plüderhausen hat einen neuen Bürgermeister. Obwohl sich fünf Kandidaten um das höchste Amt in der 9600 Einwohner starken Kommune im Remstal beworben hatten, hat Benjamin Treiber aus Kernen am Sonntag bereits im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen können. Der Abstand zu den anderen Kandidaten ist mehr als deutlich. Treiber erhielt 74,7 Prozent der Stimmen, der nächstplatzierte Rouven Klook lediglich 20,1 Prozent.

35 Jahre lang Rathauschef

Andreas Schaffer war hier 35 Jahre lang der Rathauschef und ist damit der aktuell dienstälteste Schultes im gesamten Rems-Murr-Kreis. Mit seinem Ausscheiden geht nicht nur eine Ära in Plüderhausen zu Ende. Es ist auch ein Generationswechsel. Schaffer beendet seine Amtsperiode zwar vorzeitig, aber dennoch mit 66 Jahren im fortgeschrittenen Rentenalter. Treiber hingegen ist 28 Jahre jung. Er hat Politik und Verwaltung in Konstanz studiert und leitet im Rathaus von Plochingen (Kreis Esslingen) die Sachgebiete Personal und Organisation. In Kernen sitzt er für die CDU im Gemeinderat.

Mit diesem „überwältigenden Ergebnis“ hätte er nie gerechnet, sagte Treiber in einer ersten Reaktion. Er sei „dankbar und demütig“ und verspreche, das umzusetzen, was er im Wahlkampf versprochen habe: „Einen echten Aufbruch“ für die Kommune.

Es ist eine Wahl unter Coronabedingungen gewesen. Wer seine Stimme in einem der sieben Wahllokale abgeben wollte, musste dazu einen Mund-NasenSchutz tragen. Der Zugang war in Einbahn-Systemen klar geregelt, in den Wahllokalen waren nur so viele Wähler gleichzeitig erlaubt wie Wahlkabinen zur Verfügung standen. Etwa ein Viertel der rund 7500 Wahlberechtigten hatte seine Stimme aber schon vorzeitig per Briefwahl abgegeben.

Die Remstalkommune hatte bewusst von einer öffentlichen Wahlparty im Rathausfoyer abgesehen. Auch in der Staufenhalle war dafür kein Platz, weil der Versammlungsort zum Wahllokal umfunktioniert werden musste. Das Ergebnis verkündete Andreas Schaffer mehr oder weniger unvermittelt um 19.18 Uhr auf dem Platz davor.

Übrige Kandidaten weit abgeschlagen

Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 56,9 Prozent. Der Soziologe Bogdan Gheor­ghiu kam auf 3,1 Prozent der Stimmen. Gar keine Rolle spielte der Dauerbewerber Samuel Speitelsbach (34), für den lediglich 0,1 Prozent votierten. Auch der schillernde ortsansässige Medienunternehmer Thomas Hornauer kam bei seiner bereits zweiten Bewerbung in Plüderhausen nicht zum Zug. 1,7 Prozent der Wähler machten hinter seinem Namen ein Kreuzchen. Doch das hatte der selbst ernannte König eigenen Aussagen zufolge auch gar nicht im Sinn gehabt. Seine Empfehlung vor der Wahl: „Nutzt das freie Feld und schreibt einen anderen Namen drauf.“