Stefan Holder (links) und Bernhard BühlerFotos:privat Foto:  

Bei der Bürgermeisterwahl am 14. Januar treten Bernhard Bühler und Stefan Holder an. Bühler ist Hauptamtsleiter in Kernen, Holder Sozialwissenschaftler aus Heidelberg – beide kennen Oppenweiler seit ihrer Kindheit.

Oppenweiler - Aus fünf mach zwei: Drei Aspiranten haben ihre zunächst angekündigte Kandidatur um den Schultesposten in Oppenweiler wieder zurückgezogen. Nur zwei Männer sind also übrig, die am 14. Januar zum Bürgermeister der Murrtalkommune gewählt werden wollen: Bernhard Bühler, der 49-jährige Haupt- und Personalamtsleiter der Gemeinde Kernen im Remstal, und der 45-jährige Sozialwissenschaftler Stefan Holder, der in Heidelberg wohnt. Beide Männer kennen den rund 4200 Einwohner zählenden Ort gut und sagen über sich , sie fühlten sich in Oppenweiler daheim.

Bernhard Bühler ist in Oppenweiler aufgewachsen, er wohnt in Backnang und ist parteilos. Der Verwaltungswirt sagt, er habe in den vergangenen 25 Jahren viel Erfahrung gesammelt in der Kommunalverwaltung, davon rund 20 Jahre in Führungspositionen. Erstes Ziel in Oppenweiler solle es sein, „wieder Ruhe in den Ort“ zu bringen. Der seitherige Bürgermeister Sascha Reber war im Herbst, nach einer längeren Auszeit wegen einer Krankheit, aus dem Amt geschieden. Der Schultes war bereits seit Februar des vergangenen Jahres nicht mehr im Dienst im Oppenweilener Rathaus gewesen.

Beteiligungsplattform im Internet

Zu den wichtigsten Themen, die Bühler angehen will, gehören der Neubau der Bundesstraße 14, die den Ort durchschneidet, sowie der Hochwasserschutz und der demografische Wandel. Oppenweiler müsse noch attraktiver für junge Familien werden. Ferner solle mehr als bisher getan werden für Senioren, zum Beispiel mit dem Bau eines barrierefreien Ärztehauses.

Besonders wichtig sei ihm die Bürgerbeteiligung, sagt Bühler im Gespräch mit unserer Zeitung. Er wolle neue Wege gehen, um die Bürger in das Geschehen in Oppenweiler besser einzubinden, etwa einen Raum anbieten, in dem man sich „zwanglos“ treffen könne, oder eine Beteiligungsplattform im Internet einrichten. Bühler hat bereits einmal Bürgermeister werden wollen, das ist lange her. Mitte der 1990er-Jahre hat er in Neckarwestheim indes nicht gewinnen können. Mit Blick auf Oppenweiler sagt er: die vergleichsweise kleine Gemeinde gefalle ihm gerade deshalb, weil sie nicht so groß sei sondern einigermaßen überschaubar.

Stefan Holder ist in Backnang aufgewachsen und sagt, er sei in seiner Jugend oft in Oppenweiler gewesen. Holder hat eine kaufmännische Ausbildung gemacht und später in Wuppertal studiert. Er hat unter anderem freiberuflich als Producer beim Westdeutschen Rundfunk gearbeitet und ein Verwaltungs-Fachpraktikum bei der Gemeinde Aspach gemacht. Derzeit forsche er im Rahmen empirischer Auftragsstudien zu politikwissenschaftlichen Themen. Holder ist parteilos. Er war allerdings 2014 ein paar Monate lang Geschäftsführer der AfD-Fraktion in Mannheim. Das sei aber zu einer Zeit gewesen, als die AfD noch eine in erster Linie Euro-kritische Partei war, vor dem Rechtsschwenk.

„In Neresheim krachend durchgefallen“

Bei der Landtagswahl 2016 kandidierte er für die Partei Alfa, die sich nach der Abspaltung von der AfD gebildet hatte. Holder bezeichnet sich als „überparteilichen Kandidaten und Mann der Mitte“. Im Oktober 2017 hatte er bei der Schulteswahl in Neresheim kandidiert, bei dieser Wahl, sagt Holder, „bin ich krachend durchgefallen“.

Als Bürgermeister in Oppenweiler wolle er sich darum kümmern, dass weitere Wohnungen im Ort gebaut werden. Die Bundesstraße müsse möglichst bald verlegt werden. Die kommunale Wirtschaftsförderung sei ihm wichtig. In Sachen Tourismusförderung könne er sich vorstellen neue kulturelle Angebote zu schaffen – um jenen Menschen, die bisher nur durch Oppenweiler fahren, einen Grund für einen Stopp im Ort zu geben. Holder sagt, er wolle „kommen und bleiben“, die Gemeinde Oppenweiler solle kein Karriereschritt sein auf einer Leiter, die bald weiter führt.

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