Im Echterdinger Rathaus sitzt in diesem Sommer kein Bürgermeister. Foto: Archiv

Nach dem Wechsel von Frank Otte nach Osnabrück: Die Stadträte rechnen nicht vor Oktober mit dem Amtsantritt eines neuen Baubürgermeisters.

Leinfelden-Echterdingen - Seit Dienstag haben Oberbürgermeister Roland Klenk und der Gemeinderat die Gewissheit, dass Baubürgermeister Frank Otte in vier Wochen seine Zelte in L.-E. abbricht, um in der niedersächsischen Großstadt Osnabrück sein neues Amt als Stadtbaurat anzutreten (wir berichteten). Kaum hat diese erwartete Nachricht die Runde gemacht, beginnen hinter den Kulissen die Diskussionen darüber, welche Folgen sich daraus für die Große Kreisstadt auf den Fildern ergeben.

Zunächst ist mit einer monatelangen Vakanz an der Spitze der Technischen Verwaltung zu rechnen. OB Klenk will sich bei der voraussichtlichen Dauer noch „nicht festlegen“. Wahrscheinlich aber sei, „dass wir erst im Oktober eine Entscheidung fällen können“. Worüber dann abgestimmt wird, will der Rathauschef am nächsten Mittwoch eruieren. Für den frühen Abend hat er den Ältestenrat zu einer außerplanmäßigen Sitzung einbestellt.

Strukturveränderung nicht mehrheitsfähig

Überlegungen zu strukturellen Veränderungen an der Rathausspitze, wie etwa der Verzicht auf einen Beigeordneten, machen zwar in den Fraktionen die Runde, die von Wolfgang Haug, Chef der FDP/LE-Bürger, lancierte Idee ist jedoch nicht mehrheitsfähig. Die anderen Fraktionen wollen, wie ihre Sprecher gegenüber unserer Zeitung betonen, an der bewährten Dreierlösung an der Spitze der Stadt und damit auch an der Bürgermeister-Führungsposition im Technischen Referat festhalten.

OB Klenk wird sich aller Voraussicht nach also nur auf eine neue Führungsperson einstellen müssen. Insgeheim dürfte der Sozial- und Kulturbürgermeister Alexander Ludwig darauf hoffen, dass ihm nun die OB-Stellvertreterfunktion angetragen wird. Nach außen bleibt er betont gelassen und äußert sich nur vorsichtig: „Ich warte ab, was der Gemeinderat zum weiteren Vorgehen beschließt.“

Freie Wähler gegen Veränderungen

Doch an der bisher mit dem Amt des Technischen Bürgermeisters verbundenen ständigen Vertretung des OB wollen die Fraktionen ebenfalls nicht rütteln. Eberhard Wächter, Pressesprecher der Freien Wähler, denen keine andere Fraktion das Vorschlagsrecht für den vakanten Posten streitig machen will, betont: „Wir sehen keine Notwendigkeit, an der Zuordnung der Funktion des Ersten Bürgermeisters etwas zu ändern.“ Über mögliche Zählgemeinschaften bei der Bürgermeisterwahl – Otte war mit einem Bündnis aus Freien Wählern, Grünen und FDP/LE-Bürgern gegen Amtsinhaber Ignac Vamos durchgesetzt worden – will Wächter noch nicht spekulieren. Zunächst gelte es, das Augenmerk auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Frank Otte zu richten. Diese beginne, auch wenn sich der Wechsel seit drei Monaten abgezeichnet hatte, erst jetzt: „Wir haben noch niemand in der Hinterhand“, versichert Wächter.

Bevor die Freien Wähler mit einem Bewerber bei den anderen Fraktionen überhaupt vorstellig werden können, sind verschiedene Formalitäten zu erledigen. Dazu gehört unter anderem ein Grundsatzbeschluss in der Vollversammlung über die Wiederbesetzung der Stelle. Das kann frühestens in der Juni-Sitzung des Gemeinderats erfolgen. Aufgrund verschiedener Fristen rechnet der OB damit, dass das Ende der Bewerbungsfrist wohl in die Sommerferien fällt. Eine Wahl könne dann frühestens im September erfolgen.

Vakanz im Hochbauamt

Bis zum Amtsantritt eines Otte-Nachfolgers teilen Klenk und Ludwig die Verantwortung für die Technische Verwaltung unter sich auf – was angesichts zahlreicher Bauprojekte und einer sich ebenfalls abzeichnenden Vakanz an der Spitze des Amts für Hochbau und Liegenschaften Mehrarbeit in erheblichem Umfang mit sich bringen dürfte.

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