In Altbach entscheidet sich das Rennen zwischen Martin Funk, Martina Fehrlen und André Trippe (von links).Foto:Horst Rudel Foto:  

Bei den Bürgermeisterwahlen in Altbach und Unterensingen haben es die Bürger am Sonntag in der Hand, die Weichen für die kommenden acht Jahre zu stellen. In Altbach bewirbt sich ein Trio um die Nachfolge von Wolfgang Benignus, in Unterensingen muss sich der Amtsinhaber eines Herausforderers erwehren.

Altbach/Unterensingen - Der Sonntag ist der Tag der Weichenstellung in Altbach und in Unterensingen. Neckarauf- wie neckarabwärts entscheidet sich am 3. Dezember, wer in den kommenden acht Jahren die Geschicke der Gemeinden als Bürgermeister – oder Bürgermeisterin – lenken wird.

Die Altbacher Wahlberechtigten müssen am Sonntag nachsitzen, nachdem im ersten Wahlgang am 12. November keiner der angetretenen Bewerber die absolute Mehrheit erringen konnte. Nachsitzen vielleicht auch in Sachen Demokratie: Vor drei Wochen hat sich lediglich jeder zweite Wahlberechtigte dazu aufraffen können, seine Stimme abzugeben. Anders als im ersten Wahlgang wird am Sonntag, wenn um 18 Uhr die Wahllokale schließen, eine Entscheidung stehen, die dann immerhin für acht Jahre Bestand haben wird. Bei einer Neuwahl, wie sie in Altbach anberaumt werden musste, entscheidet die einfache Mehrheit.

Um die Nachfolge des aus Altersgründen aus dem Amt scheidenden Wolfgang Benignus ist ein Dreikampf entbrannt. Martina Fehrlen, Martin Funk und André Trippe bewerben sich erneut um die Gunst der rund 4400 wahlberechtigten Altbacher. Im ersten Wahlgang hatte Martin Funk (SPD) die Nase leicht vorn gehabt. Der Ohmdener Bürgermeister, für den der Chefposten in dem mit 6000 Einwohnern mehr als dreimal so großen Altbach ein Karrieresprung wäre, hat 37,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt. Ihm dicht auf den Fersen folgte Martina Fehrlen. Die 39 Jahre alte Diplom-Verwaltungswissenschaftlerin mit CDU-Parteibuch hat 36,9 Prozent der Altbacherinnen und Altbacher für sich einnehmen können. Bisher ist Martina Fehrlen Geschäftsführerin am Institut für Weiterbildung an der Hochschule Esslingen.

Der Dritte im Bunde, der 27 Jahre alte Veranstaltungsmanager André Trippe, hofft, dass er seinen Überraschungserfolg im ersten Wahlgang noch übertreffen kann. Ohne auf Verwaltungserfahrung in seinem Lebenslauf verweisen zu können, hat Trippe aus dem Stand immerhin rund ein Viertel der Wähler ansprechen können.

Sieghart Friz strebt in Unterensingen die vierte Amtsperiode an

In dem aus Altbacher Sicht gut zehn Kilometer neckaraufwärts gelegenen Unterensingen sind am Sonntag 3912 Wahlberechtigte zum ersten Mal aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Beobachter der am Montag, 20. November, im Gemeindezentrum Udeon über die Bühne gegangenen offiziellen Kandidatenvorstellung gehen davon aus, dass es bei dem einen Wahlgang bleiben wird. Zu fest scheint der Bürgermeister, Sieghart Friz, im Sattel zu sitzen, als dass ihn sein Herausforderer, Michél Hömke, aushebeln könnte. Um eine weitere Amtszeit, es wäre die vierte für den seit dem Jahr 1994 amtierenden Schultes, in trockene Tücher zu bringen, muss der 56 Jahre alte Friz auf Anhieb mehr als die Hälfte der zur Wahl gehenden Unterensinger hinter sich scharen.

Sein Kontrahent, Michél Hömke, ist angetreten, das zu verhindern. Der 31 Jahre alte Fachwirt für Sozial- und Gesundheitswesen wirbt mit den Worten, er wolle mit „deutlich besserer Performance“ die Dinge angehen, für einen Wechsel an der Unterensinger Rathausspitze. Um sich und sein Anliegen vorzustellen, hat der Kandidat eigens einen knapp zweiminütigen Werbefilm auf der Internet-Plattform Youtube eingestellt. Hömke lebt seit zwei Jahren in Unterensingen und leitet ein Wohn- und Pflegezentrum in Stuttgart.

Beherrschende Themen im Wahlkampf in der knapp 4600 Einwohner zählenden Neckartalgemeinde sind die Belastungen gewesen, die dem Ort infolge der Bauarbeiten an der nahe gelegenen Bahnstrecke Stuttgart–Ulm drohen.

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