Oliver Knur und Roland Schmelzle (oben von links) sowie Sacha Auwärter und Eberhard Keller (unten von links) wollen jeweils Bürgermeister von Ebersbach werden. Foto: privat

Drei Lokalmatadore und ein Auswärtiger stellen sich zur Wahl – bei zwei Bewerbern steht vor der Wahlparty noch eine Konfirmation auf dem Programm.

Ebersbach - Rund 11 400 Wählerinnen und Wähler entscheiden am kommenden Sonntag, wer in den kommenden acht Jahren Chef der Ebersbacher Kommunalverwaltung wird und damit auf den altershalber ausscheidenden Amtsinhaber Sepp Vogler folgen wird. Um den Bürgermeisterposten bewerben sich der Ebersbacher Sacha Auwärter (41), Eberhard Keller (44) aus Stuttgart, Oliver Knur (46), ebenfalls aus Ebersbach, sowie Roland Schmelzle (56) aus Albershausen.

Entscheidung auf Anhieb oder zweiter Wahlgang

Die Ebersbacher treibt die Frage um, welcher der vier Bewerber in der Gunst der Wähler vorne liegen wird und ob es angesichts des recht homogenen Bewerberfeldes im ersten Wahlgang überhaupt schon eine Entscheidung geben wird. Nur wer auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen kann, ist gewählt. Ansonsten müssten die Bürger am 28. Mai erneut zu den Urnen schreiten, und im zweiten Wahlgang würde die Stimmenmehrheit ausreichen. In dem nur dreiwöchigen Wahlkampf haben sich die Bewerber bei vier Vorstellungsrunden in der Kernstadt und den drei größten Teilorten präsentiert, die Wochenmärkte und Vereine besucht, Bürgerstammtische angeboten. Manche von ihnen haben sich auch in den Ebersbacher Wohngebieten präsentiert.

Drei Lokalmatadore und ein Auswärtiger

Ein Termin am Samstag könnte die Bürgermeisteranwärter vor der Wahl noch einmal vereinen, denn das Blütenfest in Roßwälden steht bei allen Bewerbern auf der Liste. Manche Beobachter räumen dem Vorsitzenden der Ebersbacher Vereine, Sacha Auwärter, der als Werksleiter in Schlierbach arbeitet, sowie dem Ortsvorsteher von Ebersbach-Weiler, Oliver Knur gute Chancen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen ein. Unklar ist allerdings, ob ihnen ihre Gemeinderatstätigkeit, Auwärter hat ein Mandat der Freien Wähler und Knur eines der CDU, eher als Vor- oder als Nachteil ausgelegt werden wird. Nicht von ungefähr lässt vor allem der Diplom-Betriebswirt Knur keine Gelegenheit aus, sich trotz seines CDU-Parteibuchs als unabhängiger Kandidat anzupreisen. Als der einzige parteipolitisch unabhängige Kandidat kann eigentlich nur der parteilose Roland Schmelzle gelten, der viele Jahre als Manager bei Südrad Verantwortung getragen hat und trotz seines Wohnortes im benachbarten Albershausen sozusagen als dritter Lokalmatador ins Rennen geht. Ebenfalls als unabhängig empfiehlt sich der Geschichts- und Sozialwissenschaftler Eberhard Keller, auch wenn er für die SPD im Bezirksbeirat Stuttgart-Weilimdorf sitzt. Keller möchte mit seinem „Blick von außen“ und seiner Verwaltungserfahrung aus seiner Tätigkeit im Kontaktbüro der Stadt Mannheim zur Landesregierung punkten.

Erst Konfirmation, dann Wahlparty

Für Sacha Auwärter und Oliver Knur verspricht der Sonntag übrigens besonders aufregend zu werden, denn beide feiern an diesem Tag auch noch Konfirmation mit einem Sohn, respektive einer Tochter. Und weil das Abendmahl in Ebersbach-Weiler erst für Sonntagabend anberaumt ist, kann Knur, im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern, erst nach 19 Uhr zur Wahlparty ins Rathaus eilen, wo die Ebersbacher nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr den Eingang der Ergebnisse aus den Wahlbezirken live mitverfolgen können.

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