Matthias Schöck ist seit 2002 Bürgermeister in Hildrizhausen. Foto: Eibner-Pressefoto/Wiegand

Im Mai 2026 wird Amtsinhaber Matthias Schöck nicht erneut zur Bürgermeisterwahl in Hildrizhausen antreten. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Paukenschlag am Dienstagabend: Matthias Schöck (parteilos) informierte den Gemeinderat, dass er bei der Bürgermeisterwahl 2026 nicht erneut in Hildrizhausen antreten wolle.

 

Vor Ende seiner dritten Amtsperiode habe er sich gemeinsam mit meiner Frau intensiv darüber Gedanken gemacht, ob er sich erneut zur Wahl stellen solle, berichtete Schöck. „Dies war keine einfache Entscheidung, aber mittlerweile ist sie gefallen und ich möchte daher ganz bewusst sehr frühzeitig darüber informieren und damit Klarheit schaffen.“ Seit 2002 ist Matthias Schöck Bürgermeister in Hildrizhausen. Nach dann 24 Jahren im Amt läuft am 31. Juli 2026 seine dritte Amtszeit ab. Bei der nächsten Wahl im Mai wolle er nicht erneut antreten. Der 51-Jährige nannte mehrere Gründe.

Der Ton sei rauer, der Respekt weniger geworden

Zunächst betonte er, dass das Bürgermeisteramt auf Zeit verliehen und ein Wechsel nach so vielen Jahren grundsätzlich sinnvoll sei. Veränderungen an der Führungsspitze „sind essenziell für eine lebendige und funktionierende Demokratie auf lokaler Ebene“.

Darüber hinaus habe sich in den vergangenen Jahren der Umgang miteinander spürbar verändert. „Der Ton ist an der ein oder anderen Stelle rauer geworden, der gegenseitige Respekt voreinander hat gelitten und das aufeinander Acht geben hat an Bedeutung verloren“, beklagt Schöck. „In einer kleinen Gemeinde wie Hildrizhausen ist es sicherlich so, dass derartige Tendenzen überschaubar sind. Dennoch kommen sie vereinzelt vor, sind dann belastend, kosten Kraft, ziehen Energie und machen unter dem Strich mürbe.“

Auch gesundheitliche Gründe

Zudem habe ihm sein Körper in den vergangenen Monaten zunehmend Signale gesendet, wonach dem ständigen „Unter-Strom-Sein“ nach vielen Jahren Tribut gezollt werden müsse. „Konkrete Vorkommnisse im Frühjahr dieses Jahres und zu Monatsbeginn haben mich darin bestärkt, auf diese Signale zu hören und zukünftig ganz bewusst mehr auf meine Gesundheit zu achten“, sagt der Schultes. Gleichzeitig sei er in einem Alter, in dem er sich gut vorstellen könne, sich einer neuen Herausforderung zu stellen – ohne aktuell zu wissen, wie diese aussehen könnte.

Es gibt zu selten ein „normales“ Familienleben

Und schließlich spiele auch die Familie eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. „Unsere beiden Kinder kennen ihren Papa nur, wenn ich dies so formulieren darf, in der Kombination mit seiner Aufgabe als Bürgermeister.“ Und natürlich bedeute dies außerhalb der eigenen vier Wände, dass es eben kein „normales“ Familienleben sei, dass man miteinander habe. Abschließend versicherte Schöck, dass er das Amt bis zum Schluss mit ganzer Kraft ausführen werde. Zudem wolle er, wie er auf Nachfrage mitteilte, Präsident des Württembergischen Fußballverbands (WFV) und Mitglied des DFB-Vorstands bleiben.

2002 war Matthias Schöck mit gerade einmal 28 Jahren zum Bürgermeister von Hildrizhausen gewählt worden. Die Wiederwahlen 2010 (99,7 Prozent, kein Gegenkandidat) und 2018 (97,0 Prozent mit Gegenkandidatin Fridi Miller) waren eindeutig. Der Hausemer Schultes reiht sich mit dieser Entscheidung bei anderen Verwaltungschefs ein, die nicht erneut kandidiert haben und neue berufliche Herausforderungen suchen. Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler trat 2023 nach 16 Jahren nicht wieder an, Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer wählte erst zuletzt den Rückzug vom Amt. Waldenbuchs langjähriger Bürgermeister Michael Lutz verabschiedete sich im Frühjahr 2024 vom Rathaus und ist seit Kurzem Geschäftsführer des Beamtenbunds Baden-Württemberg.