Ein Handyalarm wegen Trinkwasserverschmutzung in Ostelsheim sorgt im Nachbarort Grafenau für Verunsicherung. Dort gibt der Bürgermeister auf Facebook Entwarnung.
Ein Alarmton auf dem Smartphone lässt Menschen in Grafenau am Mittwochabend aufschrecken: „Extreme Gefahr“ ist eine offenbar vom Landratsamt Calw versandte Warnmeldung überschrieben, die auf eine Trinkwasserverschmutzung im nur rund drei Kilometer entfernten Ostelsheim hinweist. Im Nachbarort Grafenau erscheint die Warnmeldung ebenfalls – offenbar hauptsächlich auf Handys im näher gelegenen Teilort Dätzingen.
„Hat hier auch jemand eine Warnmeldung bekommen?“, fragt daraufhin eine Nutzerin in Grafenaus lokaler Facebook-Community. „Dätzingen soll auch betroffen sein. Ich finde keinerlei Infos dazu im Netz“, fügt sie hinzu. Unter dem Beitrag stehen schon bald mehrere Kommentare, einer davon von Grafenaus Bürgermeister Martin Thüringer. „In Dätzingen liegt aktuell keine Verunreinigung des Trinkwassers vor!“, gibt der Gemeindechef dort Entwarnung. „Auch nicht in Döffingen oder Schafhausen! Unsere Wasserversorgung ist nicht mit Ostelsheim verbunden“, klärt er auf.
Tatsächlich bezieht Grafenau sein Trinkwasser zu 75 Prozent aus eigenen Quellen des Zweckverbands Döffingen-Dätzingen-Schafhausen, die übrigen 25 Prozent stammen aus der Bodensee-Wasserversorgung.
In Ostelsheim warnt die Gemeinde auf ihrer Homepage indes weiterhin vor einer Verunreinigung des Trinkwassers durch Enterokokken. Es gelte deshalb ein Abkochgebot. Der Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung führt laut dem Landratsamt in Calw Rohrnetzspülungen, Desinfektionsmaßnahmen und weitere Beprobungen durch. Die Behörde kündigt an, das Abkochgebot wieder aufzuheben, sobald die Trinkwasserqualität wieder einwandfrei sei.