Ronald Krötz (44) ist seit gut drei Monaten Alfdorfer Bürgermeister. Foto: Gottfried Stoppel

Angekommen: Nach 100 Tagen im Amt als Schultes von Alfdorf fühlt sich Ronald Krötz „hervorragend aufgenommen“. Seine alte Tätigkeit vermisst er nicht.

Alfdorf - Pünktlich zur Einführung der Maskenpflicht hat Ronald Krötz vor hundert Tagen, am 28. April, offiziell sein Amt als Bürgermeister von Alfdorf angetreten. Anfang Februar war er mit einem überraschend deutlichen Wahlsieg gegen den seitherigen Amtsinhaber gewählt worden. Seitdem, sagt Ronald Krötz über seinen Start im Alfdorfer Oberen Schloss, sei wirklich eine Menge passiert – kommunal, familiär und natürlich auch übergreifend mit den Auswirkungen der Pandemie. Aber eines sei ganz klar und höchst erfreulich: „Ich bin hier in Alfdorf wirklich hervorragend aufgenommen worden“, sagt er.

Zahlreiche Projekte laufen

Und irgendwie sei es – unabhängig von Corona und Co. – ein Sprung ins recht flott fließende kalte Wasser gewesen. Schließlich habe Alfdorf derzeit eine ganze Reihe an großen, anspruchsvollen Projekten laufen: etwa die Großbaustelle an der Ortsdurchfahrt, der Hallenumbau samt neuer Ballspielhalle im erweiterten Kultur- und Sportzentrum oder die Großinvestitionen im Bereich der Kläranlagen.

Da habe Klaus Hinderer, der einst bei der Polizei Krötz’ Vorgesetzter war und der als ehrenamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters drei Monate lang kommissarischer Schlossherr im Alfdorfer Rathaus war, gleich gesagt: „Ein g’mähtes Wiesle kann ich leider nicht übergeben.“

Aber alle Projekte kommen voran, sagt Krötz, es geht was in Alfdorf, sogar – wenn auch etwas zäh – beim Streitthema Breitbandausbau. Und für ihn, sagt Krötz, seien die ersten Wochen im Amt natürlich eine intensive Zeit des Kennenlernens, der neuen Begegnungen und etlicher Gespräche gewesen.

Mit Alf am Schreibtisch

Ach ja, der Amtssitz natürlich, der sei was ganz Besonderes im Oberen Schloss, das seit 1986 Sitz der Alfdorfer Gemeindeverwaltung ist. „Es erfüllt mich mit Stolz, hier zu sein in diesem historischen Gebäude“, sagt Krötz. Im Amtszimmer des Bürgermeisters bleibt deshalb auf jeden Fall auch das Bild des verdienstvollen Herrn vom Holz an der Wand hängen. Und am Schultesschreibtisch sitzt neuerdings gegenüber des Amtsinhabers Alf persönlich. Den Außerirdischen als Stofffigur hat ein Freund eigens bei Ebay erworben und ihm am Wahlabend geschenkt – als inoffizielles Alfdorf-Maskottchen.

Im Rathaus wiederum habe er ein hoch motiviertes Team um sich, betont der neue Mann am kommunalpolitischen Ruder. Allerdings habe er festgestellt, dass für die Fülle von Aufgaben die Personaldecke im Alfdorfer Rathaus allzu dünn ist. Quasi in jedem Bereich der Verwaltung seien die Mitarbeiter mit Zusatzzuständigkeiten beladen, die eigentlich so nicht stemmbar seien. „Dieses Problem will ich dringend angehen.“ Und für eine adäquate, noch schlagkräftiger strukturierte Personalausstattung im Rathaus habe auch der Gemeinderat seine Unterstützung signalisiert. Dort wiederum, im Ortsparlament fühlt sich der neue Alfdorfer Schultes auch sehr gut angenommen.

Im Gremium gebe es eine hervorragende Mischung an Berufen, Interessen und Altersgruppen. Besonders mit jungen Ratsvertretern habe er bereits einige Gespräche geführt, die deutlich zeigten, dass im Kommunalparlament enormes Engagement und eine ganze Menge interessante Ideen vorhanden seien.

Ein neues Zuhause für die Familie

Ein eigenes Signal der Gemeinsamkeit eben auch in Zeiten von Corona hat der neue Bürgermeister derweil in Alfdorf und den damit verbundenen 63 Dörfern, Weilern und Gehöften längst gesetzt. Für die Aktion Miteinander sind überall in Alfdorf die großen Holzbuchstaben mit bunten Plaketten versehen worden, auf denen Wünsche und Hoffnungen stehen. Das Zeichen der kommunalen Gemeinschaftlichkeit steht derzeit im Park neben dem Oberen Schloss und soll auf die Reise in alle Ecken Alfdorfs gehen.

In einer der Alfdorfer Ecken – in Brech – hat die Familie Krötz ein neues Domizil gefunden – „ein schönes Häusle“, sagt Krötz. Die Kinder haben Anschluss in den Vereinen – auch wenn sie im Tennis noch mit den alten Teams in Urbach antreten. Und der Hobbytennisspieler Krötz („leidenschaftlich, aber nicht gut“) hat samt Familie die Qualität der Spaziergänge an den Seen in der Umgebung entdeckt. Irgendwelche Wehmütigkeiten nach dem beruflichen Neustart? „Ich war gerne Polizist, aber ich vermisse nichts.“

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