Weitere 370 000 Euro sind nötig, um den Neubau an der Hirschsprungallee zu verwirklichen. Foto: Chris Mischke (z)

Die Ergebnisse des fünften Bürgerhaushalts stehen fest. Nur zwei Vorschläge aus dem Stuttgarter Norden sind unter den Top 100 gelandet. Die Einrichtung auf der Schlotwiese hat noch am besten abgeschnitten.

Stuttgarter Norden - Die Stuttgarter haben abgestimmt: Mehr als 40 000 Einwohner der Landeshauptstadt haben sich am fünften Bürgerhaushalt beteiligt. Das sind zwar weniger als im Jahr 2017, als knapp 52 000 Leute teilnahmen. Aber dieses Mal hätten sich die Stuttgarter intensiver mit den eingereichten Ideen auseinandergesetzt und seien beim Bewerten aktiver gewesen, heißt es bei der Stadtverwaltung. „Auch beim fünften Bürgerhaushalt haben sich die Stuttgarterinnen und Stuttgarter wieder ausgiebig an den Planungen für die Verwendung der städtischen Finanzmittel beteiligt. Dieses Engagement macht unseren Bürgerhaushalt zu einem der erfolgreichsten in ganz Deutschland“, sagt Bürgermeister Thomas Fuhrmann. „Die Bürgerinnen und Bürger wissen als ‚Experten vor Ort‘ oft genau, wo der Schuh drückt. Ich bin mir sicher, dass unsere Stadt von den eingereichten Vorschlägen profitieren und der Gemeinderat viele Themen in den Haushaltsberatungen aufgreifen wird.“

Seit wenigen Tagen steht fest, welche Vorschläge am höchsten bewertet wurden. Die 100 Wünsche, die am meisten Punkte erhalten haben, werden nun von der Stadtverwaltung geprüft. Zusätzlich sind weitere 20 Vorschläge ergänzt worden, da aus jedem Stadtbezirk mindestens zwei Wünsche berücksichtigt werden müssen.

Aus dem Stuttgarter Norden hat ein Vorschlag aus Zuffenhausen am besten abgeschnitten. Auf Platz 22 landete mit 957 positiven Bewertungen der Neubau der Jugendfarm auf der Schlotwiese. „Beim ersten Stuttgarter Bürgerhaushalt im Jahr 2011 schaffte es das Projekt auf Platz 2 der Prioritätenliste aller Stuttgarter Anträge, was eine Bereitstellung von 250 000 Euro durch den Gemeinderat zur Folge hatte“, heißt es in dem Vorschlag. Doch diese finanziellen Mittel haben bis heute nicht ausgereicht, um den Neubau realisieren zu können. Der Farmverein benötigt weitere 370 000 Euro. „Ohne eine grundlegende Neubebauung der seit über 40 Jahren bestehenden, teilweise provisorischen Gebäude auf der Schlotwiese können die immer weiter steigenden Ansprüche an eine heutige Jugendfarm, wie Kernzeitbetreuung oder Inklusion nicht erfüllt werden“, heißt es weiter.

In Weilimdorf soll eine neue Sporthalle gebaut werden

Der nächste Zuffenhäuser Vorschlag liegt auf Platz 180 (675 Stimmen). Er befasst sich mit dem Kulturzentrum am Bahnhofsvorplatz – mit Stadtteilbibliothek, Musik- und Volkshochschule. Der Eingang sei versteckt, schlecht beleuchtet und wenig einladend. Das soll sich ändern.

Ein „funktionierendes, zusammenhängendes Radwegenetz“ für Feuerbach hat es auf Platz 78 (779 Stimmen) geschafft. Unter anderem soll die Burgenlandstraße zur Fahrradstraße werden.

Rang 235 (644 Stimmen) nimmt die finanzielle Unterstützung des Theaterhauses durch die Stadt ein. Die Einrichtung soll stärker subventioniert werden.

Eine neue Sporthalle für Weilimdorf hat die Top 100 knapp verpasst. Es ist Platz 108 (738 Stimmen) geworden. Gefordert wird eine Halle für „Mannschafts- und Kampfsportarten mit mindestens 300 Zuschauerplätzen in verkehrsgünstiger Lage für Nah- und Autoverkehr“. Als Standort wird das Walz-Areal vorgeschlagen. „Den Weilimdorfer Sportvereinen TSV und SG fehlen über 250 Stunden pro Woche in Sporthallen, um ihr Angebot aufrechtzuerhalten. Beide Vereine müssen Anmeldungen abweisen, da die Hallen den Andrang von vor allem jugendlichen Neumitgliedern nicht stemmen können.“

Platz zwei in Weilimdorf nimmt dieser Vorschlag ein: „Die U6 dichter takten und die U13 nach Weilimdorf verlängern – auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten.“ Mit 530 Stimmen landete diese Idee auf Rang 480.

Wie wichtig den Botnangern ihr Bürgerhaus ist, hat der diesjährige Bürgerhaushalt gezeigt. Mit 736 Stimmen rangiert das Gebäude auf Platz 110. Es sollen dringend geeignete Maßnahmen umgesetzt werden, um den Lärm vor Ort zu reduzieren, damit die Kulturkneipe Intus weiter bestehen bleiben kann.

Ein Backhaus für Stammheim?

Auch wenn Botnang keinen Wald hat. Für die Einwohner ist er doch sehr wichtig. Platz zwei im Stadtbezirksranking belegt deshalb der Vorschlag, die Waldspielplätze wieder aufzubauen: „Vor einiger Zeit wurden sämtliche Kinderspielplätze und zum Teil auch die Grillplätze im Botnanger Wald (Forsthaus) wegen angeblicher Gefahren abgebaut. Diese sollten unbedingt schnellstmöglich wieder aufgebaut werden.“ Insgesamt liegt diese Forderung auf Platz 164 (686 Stimmen).

Nur eine Stimme trennen die beiden bestplatzierten Vorschläge aus Stammheim. Auf Rang 387 landete „Taktverdichtung der U15 einführen“ (569 Stimmen): „Die U15 ist im Berufsverkehr so voll, dass teilweise an der Heutingsheimer Straße (das ist die 3. Haltestelle) die Menschen nicht mehr in die Bahn passen, spätestens passiert dies an der Salzwiesenstraße (5. Haltestelle); dies führt dann oft zu 5 oder mehr Minuten Verspätung.“

Auf Platz 393 ist der Bau eines Backhauses für Stammheim zu finden. Es würde die Verbindung untereinander, die Kommunikation miteinander, den Austausch aller Generationen sowie aller Nationalitäten und letztlich das Gemeinwohl des Stadtbezirks fördern.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: