Das Bürgerhaus wurde im Juni vergangenen Jahres eingeweiht. Foto: Patricia Sigerist

Das Bürgerhaus hat einen guten Start hingelegt – und soll für ortsansässige Vereine billiger werden. Im Juni vergangenen Jahres wurde die neue Stätte für Veranstaltungen und Vereinstreffen eingeweiht.

Rommelshausen – Kabarett, Konzerte, Feste, Sitzungen, Seniorennachmittage, aber auch Blutspendetermine, Pilates, Yoga oder Line Dance finden unter dem Dach des Bürgerhauses in Rommelshausen statt, das im vergangenen Juni eingeweiht wurde. Für den Kernener Bürgermeister Stefan Altenberger steht damit fest, „dass das Haus lebt“. Doch während Firmen und Banken gerne zu Gast sind, hält sich die Zahl der Vereine, die das Bürgerhaus nutzen, in Grenzen. Mit einer Änderung der Benutzungs- und Entgeltordnung, die am 1. März in Kraft tritt, will die Verwaltung nun den ortsansässigen Ehrenamtlichen entgegenkommen.

Sabine Payer-Herkommer, die für die Veranstaltungen im Bürgerhaus verantwortlich ist, hat dem Gemeinderat bei seiner Sitzung in Stetten den ersten Sachstandsbericht vorgelegt. Die Bilanz der neuen Stätte ist gut, dennoch gab es Kritik. Abgesehen vom Büro für aktive Bürger, das Vereine nutzen und das eine Dauereinrichtung im Erdgeschoss ist, sowie vom Country Club Buffalo, dessen Tänzer regelmäßig Saal 4 nutzen, hat Eberhard Kögel, Gemeinderat vom Parteifreien Bündnis, Klagen über die Höhe der Gebühren vernommen. Gerade mal zwei Vereine hat er in der Belegungsliste gefunden. Der Verein KukuK feierte seinen zehnten Geburtstag im Bürgerhaus, außerdem traten die Gesangvereine Frohsinn aus Stetten und Liederkranz Rommelshausen bei einem Gemeinschaftskonzert auf.

Man will Vereinen die Möglichkeit geben, Veranstaltungen im Bürgerhaus zu machen

„Wir haben ja mal gehört, das Bürgerhaus ist vor allem für die Vereine da“, sagte Kögel und erhielt Unterstützung von Bettina Futschik von der Offenen Grünen Liste. „Ich habe dafür gestimmt, weil die Vereine es wollten.“ Natürlich wolle man den Vereinen die Möglichkeit geben, Veranstaltungen im Bürgerhaus zu machen, sagte Altenberger. Auf der einen Seite darauf zu achten, dass kein Defizit entsteht, und auf der anderen Seite kostenlos gehe aber nicht. „Das Haus muss ja schließlich auch wirtschaftlich geführt sein.“

Dennoch habe man sich aufgrund der bisherigen Erfahrungen und wegen der Erweiterung der technischen Ausstattung zu einer Änderung der Gebühren entschieden, sagte Altenberger. Statt wie bisher 400 Euro für den großen Saal sollen Vereine künftig nur noch 250 Euro bezahlen. Auch für Privatpersonen aus dem Ort wird es billiger, für sie sinkt die Saalmiete von 500 auf 350 Euro pro Tag. Vereinsdauerbelegungen von Saal 3, für die die Gemeinde bisher 6 Euro pro Stunde verlangt hat, kosten künftig 5 Euro. Für Saal 4, der eine Teeküche hat, sinken die Gebühren für Vereine pro Stunde von 8 auf 6 Euro. Für Auswärtige hingegen wird das Bürgerhaus teurer. Pro Stunde gibt es einen Zuschlag von 5 Euro. Auch bei Hochzeitsfeiern wird stärker unterschieden, während Kernener nach wie vor 800 Euro bezahlen, müssen nicht ortsansässige Heirats- und Feierwillige statt wie bisher 850 Euro nun 1000 Euro bezahlen.

Für alle Nutzer ziehen indes die Preise für die Technik an

Für alle Nutzer ziehen indes die Preise für die Technik an. Die Verstärkeranlage, die bisher im Preis inbegriffen war, wird ab 1. März mit 50 Euro in Rechnung gestellt, ebenso viel verlangt die Gemeinde dann für den Bühnenvorbau. Auch die Müllentsorgung gibt es nicht mehr kostenlos, sondern zum Preis von 30 Euro. Die Bühnenbeleuchtung kostet 80 Euro statt 50 Euro, und das Stundenhonorar des Techniker steigt von 30 auf 48 Euro.

Durch diese „erhebliche Erhöhung“ würden die gesunkenen Saalmieten relativiert, sagte Eberhard Kögel. „In Waiblingen bekommen Vereine das Bürgerhaus einmal umsonst, wir liegen also nicht so toll.“ Wer nicht viel Technik brauche, komme künftig zu einem kleinen Preis weg, sagte hingegen Altenberger. Um Kosten zu sparen, schlug er vor, bei der Technik eine Standardeinstellung einzurichten, die wenig Personal benötigt. Während das für die Mehrheit ein „gangbarer Weg“ scheint, wie CDU-Rat Volker Borck sagte, lehnte Kögel als einziger die neue Benutzungs- und Entgeltordnung ab, zwei weitere Bürgervertreter enthielten sich.

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