Bad Überkingen behält sein Bad. Einer Schließung aus Kostengründen erteilten fast dreiviertel der Teilnehmer eines Bürgerentscheids eine Absage.
Nach einer Stunde stand am Sonntagabend ein klares Ergebnis beim Bad Überkinger Bürgerentscheid fest: Von 3171 Wahlberechtigen sind 2095 zu den Urnen gegangen, um über den Erhalt des Thermalbads abzustimmen. 1517 von ihnen sprachen sich dafür aus, dass das Bad weiterhin in Gemeinderegie betrieben werden soll. 578 Bürger waren dagegen. Damit haben sich 72,4 Prozent der Wähler klar für das Bad ausgesprochen, sagte Bürgermeister Matthias Heim im Rathaus. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 66 Prozent.
Die Gemeinde muss jährlich den Abmangel des Bads ausgleichen. Angesichts klammer Kassen und maroder Infrastruktur kam aus den Reihen des Gemeinderats die Forderung auf, sich von dem defizitären Bad zu trennen. Diesem Wunsch haben die Bad Überkinger gestern eine deutliche Abfuhr erteilt. Bürgermeister Heim freute sich über das Ergebnis. Dieses wertet er als klaren Auftrag der Bürger für den Erhalt des Bads, das Besucher über die Grenzen von Überkingen hinweg anzieht.
Die Zahlen im Einzelnen: Im Wahllokal im Bad Überkinger Rathaus stimmten 353 Bürger für das Bad, 28 waren dagegen. Im Wahllokal Kindergarten gab es ähnliche Werte: 361 Bürger stimmten dafür und 24 waren dagegen. Somit votierten in Bad Überkingen insgesamt 715 Bürger (oder 93,2 Prozent) für den Erhalt des Bads, 52 (6,78 Prozent) waren dagegen.
In den Teilorten wurde wie folgt abgestimmt: In Hausen lag die Wahlbeteiligung bei 55,7 Prozent. 245 Bürger und damit 65,86 Prozent stimmten für das Bad, 127 Bürger (34,14 Prozent) dagegen. In Unterböhringen gingen 43,5 Prozent der Bürger zur Wahl. 108 (32,7 Prozent) waren für das Bad und 222 (67,27 Prozent) dagegen. In Oberböhringen gingen 49,5 Prozent zur Wahl. 69 (72,63 Prozent) waren für das Bad und 26 (27,37 Prozent) dagegen. Bei der Briefwahl stimmten 380 für den Erhalt und 151 dagegen.