Kornwestheim will sich entwickeln und bindet dafür die Bürgerinnen und Bürger mit ein. Die Bürgerbeteiligung im K stieß auf reges Interesse.
Die vier großen Pinnwände in der Festhalle im K in Kornwestheim waren sehr schnell voll mit weißen, grünen und roten Kärtchen. Parallel wurde viel diskutiert mit Mitarbeitern der Stadt und der CIMA Beratungs-und Management GmbH zu den Bereichen Events und Veranstaltungen, Aufenthaltsqualität sowie Mobilität und Erreichbarkeit. Es war ein lebendiger Austausch bei der Bürgerbeteiligung, für die sich 113 Teilnehmende angemeldet hatten. Ziel der Stadtverwaltung ist es, in einem mehrstufigen Prozess ein neues, identitätsstiftendes Profil für Kornwestwestheim zu entwickeln.
Nachholbedarf beim Thema Aufenthaltsqualität
Eine erste Umfrage hatte gezeigt, dass die Einwohner vor allem mit der zentralen Lage, der Erreichbarkeit der Innenstadt und der Zahl der vorhandenen Autostellplätze sehr zufrieden sind. „Aber gerade beim Thema Aufenthaltsqualität haben wir großen Nachholbedarf“, sagt Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Bei dem zweistündigen Austausch stellt sich schnell heraus: die Kornwestheimer sind offen für Neues und Kreatives. Popup-Stores für regionale Produkte standen ebenso auf der Ideenwand wie eine Art digital/analoge Liftfasssäule oder ein Seniorenbüro.
„Wenn man sich nicht beteiligt, kann man auch nichts ändern“, sagt Verena Sammert-Haening. Sie engagiert sich vor allem für das Thema Wochenmarkt, der dienstags und donnerstags auf dem Marktplatz und samstags auf dem Holzgrundplatz stattfindet. Für die Markttage unter der Woche wünscht sich die 36-jährige auch ein Angebot am Abend, damit auch Berufstätige einkaufen können. „Und der Markt am Samstag ist mir nur drei Ständen zu klein“, sagt sie. Eine andere junge Frau schlägt deshalb vor, an diesem Tag die Straße um den Platz zu sperren, um ein größeres Angebot zu schaffen und auch Möglichkeiten zum Verweilen mit mobiler Gastro, Sitzgelegenheiten sowie Schattenplätzen zu schaffen.
Riesenbaustelle als Hemmnis
Und was treibt die Bürgerinnen und Bürger sonst noch um? Die Neugestaltung der Güterbahnstraße war ein großes Thema. Ein Hemmnis ist hier laut Ursula Keck die aktuelle Riesenbaustelle. Hier wünschen sich die Bürger wie auch in anderen Bereichen der Stadt ein Schwätzbänkle, mehr Beschattung, Begrünung und Sauberkeit sowie eine Außengastronomie, die man auch am Abend noch nutzen kann. Überhaupt soll die Innenstadt noch mehr für ein Miteinander, für die persönliche Kommunikation stehen und mehr zum Verweilen einladen.
Beim Stichwort Mobilität und Erreichbarkeit standen mehr und besser gekennzeichnete Radwege im Fokus und es kam der kollektive Wunsch nach einer autofreien Innenstadt oder zumindest einer Fußgängerzone auf. „Wir werden die Anregungen jetzt katalogisieren und einfache Maßnahmen möglichste schnell umsetzen“, sagt Ursula Keck. Im Herbst soll dann ein Maßnahmenplan mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung vorgelegt werden.