Am Bauzaun um die Villa Berg wird schon jetzt über Ideen, Beteiligungsmöglichkeiten und die nächsten Termine informiert. Foto: Jürgen Brand

Die Suche nach einem Nutzungskonzept für die Villa Berg hat begonnen, die Bürger sollen dabei mitsprechen. Die Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung wurde überwiegend positiv bewertet, einziger Kritikpunkt: Es waren sehr wenig junge Menschen da. Das soll sich ändern.

S-Ost - Beteiligungsprozess zur Entwicklung eines Nutzungskonzepts für die Villa Berg“ – allein schon bei der Überschrift werden sich Jugendliche achselzuckend abwenden und denken „Interessiert mich nicht“. Dabei sind gerade auch sie aufgerufen, sich einmal zu überlegen, wie sie die Villa Berg künftig am liebsten nutzen würden. Einige Jugendliche haben sich damit schon im Rahmen der Beteiligungsaktionen der inzwischen beendeten Initiative Occupy Villa Berg getan. Damals war die Zukunft der Villa noch völlig offen gewesen, weil das Anwesen zu dem Zeitpunkt noch einem Investor gehört hatte. Inzwischen ist die Stadt Eigentümerin der Villa Berg und will das denkmalgeschützte Gebäude möglichst rasch umfassend sanieren und gegebenenfalls innen umgestalten. Dafür muss aber klar sein, wie das herrschaftliche Gebäude samt Park künftig genutzt werden soll.

Interaktive Zaunelemente

Die Stuttgarter ganz allgemein und vor allem auch die Einwohner von Stuttgart-Ost sollen bei dem künftigen Nutzungskonzept mitsprechen. Ihre Ideen und Vorschläge können sie bei dem inzwischen gestarteten „Beteiligungsprozess“ mit dem sperrigen Titel einbringen. Dafür gab es eine Auftaktveranstaltung, die von den Teilnehmern überwiegend positiv bewertet wurde. Einer der wenigen Kritikpunkte an der Veranstaltung in der Cotta-Schule Ende Juli war: Die Zahl der Teilnehmer insgesamt sei für manche etwas enttäuschend gewesen, vor allem waren nur wenige jüngere Interessierte da. Deswegen lautete ein Verbesserungsvorschlag bei der ersten Sitzung der Projektgruppe: „Für kommende Veranstaltungen sollten speziell junge Menschen eingeladen werden.“ Außerdem sollen ganz gezielt Jugendliche durch „interaktive Bauzaunele­mente“ für das Thema interessiert werden.

Erster Workshop am 14. September

Ganz konkret ist geplant, dass Mitglieder der Projektgruppe und andere Ehrenamtliche mit einem Bauzaun als großer, mobiler Stellwand Schulen im Stadtbezirk Stuttgart-Ost und eventuell auch in Mitte – beispielsweise die Cotta-Schule, die Grund- und Werkrealschule Ostheim oder das Zeppelin-Gymnasium – besuchen und dort direkt Ideen und Anregungen von Schülern aufnehmen. Das soll zwischen den beiden für 14. September und Mitte Oktober geplanten Workshops zur künftigen Nutzung der Villa Berg geschehen. Diese dann beschrifteten Bauzaunelemente sollen später möglichst prominent an der Villa Berg aufgestellt und dann auch weiter als Beteiligungsmöglichkeit genutzt werden. Das könnte zum Beispiel am Bauzaun direkt vor der Villa geschehen, wo schon jetzt über die weiteren Termine informiert wird. Speziell zu diesem Thema ist für 13. September um 19 Uhr ein Treffen im Stadtteil- und Familienzentrum geplant.

Das für die Organisation des Beteiligungsprozesses zu Park und Villa Berg beauftragte Büro Dialog Basis will Kontakt zu den Schulen aufnehmen und mit Schulleitungen, Verbindungslehrern und Schülervertretungen über die Möglichkeiten sprechen. Außerdem gibt es bereits Kontakte zur Mobilen Jugendarbeit Stuttgart-Ost, zu den Jugendräten im Stadtbezirk sowie zu Studierenden des Masterstudiengangs „Planung und Partizipation“ der Universität Stuttgart. Die Studenten arbeiten im Rahmen ihres Studiums auch ganz gezielt an Konzepten zur besseren Beteiligung von Jugendlichen.

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