Am ersten Villa-Berg-Workshop nahmen rund 70 Interessierte teil. Foto: Jürgen Brand

Beim ersten Workshop im Rahmen der Bürgerbeteiligung für ein Nutzungskonzept für das denkmalgeschützte Anwesen und den Park sind die vielen Ideen weiter sortiert worden.

S-Ost - Wenn viele Stuttgarter sich bei der Gestaltung eines so sehr in der Öffentlichkeit stehenden Projekts wie der Villa Berg engagieren, kann die Suche nach Lösungen schnell unübersichtlich werden. Das ist beim ersten Workshop für ein Nutzungskonzept für die Villa am Mittwochabend in der Cotta-Schule deutlich geworden. Die Hauptaufgabe für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des mit der Gestaltung der Bürgerbeteiligung beauftragten Büros Dialog Basis besteht deswegen darin, die vielen Vorschläge mit jeder Veranstaltung weiter zu sortieren und nach Möglichkeit zusammenzufassen. Eine Abstimmungsmöglichkeit soll in der kommenden Woche im Internet freigeschaltet werden.

Aus 157 wurden 287 Ideen

Über die Nutzung der Villa Berg wird seit 13 Jahren diskutiert. Vor drei Jahren begann die Initiative Occupy Villa Berg, Ideen zu sammeln. Weitere Vorschläge machten der Bürgerverein Berger Bürger, der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost, Parteien, Interessengruppen und Einzelpersonen.

So kam es, dass schon zur Auftaktveranstaltung der Bürgerbeteiligung im Juli 157 Ideen für eine mögliche Nutzung der Villa und des Parks fein säuberlich aufgelistet waren. Im Laufe jenes Juliabends kamen weitere 130 Vorschläge dazu, sodass die Stadtverwaltung und das beauftragte Büro mit 287 zu sortierenden Ideen in die Sommerferien gingen. In dieser „Konsolidierungsphase“, wie Antje Grobe von Dialog Basis am Mittwoch erklärte, konnten Stuttgarter, die sich vorher hatten registrieren lassen, diese Ideen gewichten und kommentieren. Zusätzlich wurden Einschätzungen der Ämter der Stadt eingeholt.

Die sortierten Ergebnisse dieser Phase wurden den gut 70 Teilnehmern bei dem ersten Workshop am Mittwoch in drei Themengruppen präsentiert. So beschäftigte sich dann beispielsweise die Gruppe Kultur mit drei vorsortierten Konzeptideen: einem „Haus für Ost-West-Kultur“, einem „Haus für Kunst & Kultur“ und einem „Haus für Musik“. Zu all diesen Überbegriffen gab es eine ganze Reihe von konkreten Nutzungsvarianten vom Kulturaustausch bis zu Mitmachwerkstätten.

Viele Interessenvertreter aus dem Musikbereich

In der Diskussion in der Gruppe wurde versucht, einzelne Ideen mit anderen zu kombinieren. In der Kulturgruppe bildete sich rasch ein Musikschwerpunkt heraus. Das lag vor allem daran, dass in dieser ersten Arbeitsrunde zahlreiche Interessenvertreter aus dem Musikbereich – angefangen vom Männergesangverein Berg über Gospel im Osten bis hin zum Landesmusikverband Baden-Württemberg – mitdiskutierten. Später mussten alle die Gruppe wechseln.

Mit den Ergebnissen dieses ersten Workshops wird nun weiter gearbeitet. In der kommenden Woche soll auf dem Portal „www.stuttgart-meine-stadt.de“ eine Möglichkeit zur Online-Abstimmung über diese Ideen freigeschaltet werden. Der zweite Workshop ist für den 20. Oktober geplant. Dann sollen mögliche Nutzungskonzepte so weit konkretisiert werden, dass sie bei der Abschlussveranstaltung am 7. Dezember vorgestellt werden können.

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