Ein großzügiger Bolzplatz geht für neue Sozialstation teilweise verloren. Foto: Patricia Sigerist

Der Gemeinderat Kernen gibt den Entwurf eines Bebauungsplans für eine Sozialstation mit Tagespflege und Kindertagesstätte in die Bürgerbeteiligung. Ein Bolzplatz wird dafür stark eingeschränkt und stark bebaut.

Kernen - Der Gemeinderat Kernen treibt sein Projekt mit Räumen für die Sozialstation und eine neue Tagespflege, mit einer Kindertagesstätte und Räumen für die Schülerbetreuung in der Seestraße in Rommelshausen weiter voran. In seiner jüngsten Sitzung hat er einen Entwurf des Bebauungsplans zur Realisierung der kommunalen Pflege- und Betreuungseinrichtungen anerkannt. Er soll in Kürze öffentlich ausgelegt werden, damit die Bürger dazu Stellung nehmen können.

Bau von Flüchtlingswohnungen nicht mehr im Gespräch

Der Entwurf ist insbesondere dadurch charakterisiert, dass die Verwaltung und der Gemeinderat ihren ursprünglichen Plan für den Bau zweier Flüchtlingsunterkünfte auf diesem Grundstück nicht weiterverfolgen. Allenfalls ist noch Platz dafür, das vorhandene Obdachlosenwohnheim etwas zu erweitern, jedoch nur eingeschränkt. Wie versprochen ist trotz der Sozialstation und Kindertagesstätte sowie der zugehörigen etwa 20 Parkplätze noch Platz auf dem Grundstück übrig geblieben für ein Kleinspielfeld. Dieses soll als Ersatz für den bisherigen Rasenplatz bieten, der teilweise von den Neubauten in Anspruch genommen wird. Der neue Bolzplatz wird allerdings deutlich kleiner als sein Vorgänger ausfallen.

„Seit zweieinhalb bis drei Jahren quälen wir uns an diesem Thema herum“, sagt der Beigeordnete und Bauamtsleiter Horst Schaal. In dieser Zeit ist der Flächenbedarf massiv angewachsen – von 300 auf 600 Quadratmeter Nutzfläche. Eine Machbarkeitsstudie hält dies für realisierbar. Es geht vom Bau eines zweigeschossigen Baus mit begrüntem Flachdach aus, dessen Kosten gegenwärtig auf knapp fünf Millionen Euro geschätzt werden.

Flachdachbau rückt bis an die Hangkante

Nach den Vorstellungen des planenden Ingenieurs Erich Ernst Kuhn rückt das neue Flachdachgebäude, parallel zur Seestraße ausgerichtet, so weit als möglich Richtung Osten bis knapp an die Hangkante der dortigen Versickerungsmulden für das Regenwasser aus den Wohngebieten der Halde sowie der bestehenden Kinderhäuser südlich der Haldenschule, früher auch als ein „Innerortsbiotop“ bezeichnet. Dadurch bleiben an der Sonnhalde der Container-Stellplatz und die Obdachlosenunterkunft erhalten. Platz ist zwischen Sonnhalde und Sozialstationsgebäude für die Parkplätze.

In dem sehr kompakten Baukörper sind im Erdgeschoss die Sozialstation und der Schülertreff, im Obergeschoss die zwei-gruppige Kindertagesstätte für die Ganztagsbetreuung untergebracht. Eine Dachterrasse ist ihr zugeordnet.

Bushaltestellen sind 350 Meter entfernt

Erich Ernst Kuhn hebt hervor, dass die dringend benötigten kommunalen Einrichtungen am Standort Seestraße zentrumsnah realisiert werden können. Die bisher im Bebauungsplan „Gewerbegebiet Halde“ ausgewiesene, nicht überbaubare Grünfläche wird dazu in eine bebaubare Gemeinbedarfsfläche umgewidmet. Die Bushaltestellen „Karlstraße“ und „Unter den Arkaden“ sind allerdings etwa 350 Meter entfernt.

Bauen entlang der Halde ist – auch im Gemeinderat – umstritten, weil sich dort eine Kaltluftschneise befindet. Der Ingenieur Erich Ernst Kuhn weist allerdings darauf hin, dass die Kaltluftversorgung der Gemeinde im Wesentlichen von aus Osten einströmenden Luftmassen sichergestellt wird. Nur ein deutlich kleinerer Teil der Kaltluft fließe aus westlicher Richtung in die Ortslage ein. Aus stadtklimatischer Sicht sei der weitere Neubau vertretbar.

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