Der Innenhof der Stadbibliothek Esslingen dient als Lesecafé. Foto: Horst Rudel

Nach Jahren der Stagnation in der Büchereidiskussion muss sich der Esslinger Gemeinderat für den neuen Standort entscheiden – und das möglichst schnell.

Esslingen - Viele Gründe haben Teilnehmer der Informationsveranstaltung zur Bücherei gegen den Standort Küferstraße angeführt. Dem Förderverein ist die Fläche zu klein, manchem Anwesenden die Entscheidung darüber zu früh.

Die Zahlen, die der Esslinger Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht am Donnerstag präsentierte, zeigten jedoch, dass sich der Standort gemessen an ähnlichen Projekten in vergleichbaren Städten ganz gut macht. Der Förderverein verspielte hingegen ein Stück Glaubwürdigkeit, weil er bei seinen Vergleichen Städte heranzog, die deutlich größer oder kleiner als Esslingen sind. Man fragt sich schon, warum der Förderverein in den bisherigen Diskussionen jeden neuen Standort außerhalb der Heugasse schlechtgeredet hat. Erklären lässt sich das nur so, dass sich die Mitglieder von vornherein und unverrückbar auf den alten Standort festgelegt haben.

Wenn die Büchereimitarbeiter in der Heugasse bleiben wollen, ist das menschlich nachvollziehbar. Wer gibt schon gerne seinen alten liebgewonnenen Arbeitsplatz auf? Aber jahrelang haben sie selber den alten Standort als zu winklig und zu klein kritisiert. Wen wundert es also, dass die Verwaltung nun einen komplett neuen Standort favorisiert? Auch dass das von der Verwaltung eingeschlagene Tempo zu schnell ist, stimmt nicht. Die Gremien überlegen seit Langem. Die Entscheidung ist nicht zu früh. Vielmehr ist es allerhöchste Zeit, nach Jahren der Stagnation den Standort festzulegen, bevor irgendeine Wirtschaftskrise den Plan für Jahrzehnte zunichte macht.

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