Die Büchereichefin Gudrun Fuchs kämpft für den alten Standort. Foto: Horst Rudel

Mit ihrem Auftritt hat Gudrun Fuchs dem Anliegen, die Bücherei in der Heugasse zu halten, einen Bärendienst erwiesen. Vielleicht ist das gut so, meint unser Autor Kai Holoch.

Esslingen - Zuhörer trauten ihren Ohren nicht. Schon, dass die Leiterin der Stadtbücherei, Gudrun Fuchs, dem Kulturausschuss die komplette Gemeinderatsvorlage zur Befragung der Büchereinutzer wortwörtlich vortrug, kam einer Provokation gleich. Gesteigert hat Fuchs diese dann, als sie genüsslich gemeinderatskritische Anmerkungen von Büchereibesuchern zur Standortfrage zitierte. Für Fuchs mag es so etwas wie ein Befreiungsschlag gewesen sein. Ihrem Anliegen, die Bücherei am bestehenden Standort zu halten, hat sie einen Bärendienst erwiesen.

Denn die Bereitschaft, diese Wünsche zu berücksichtigen, dürfte nach der Sitzung weiter gesunken sein. Vielleicht ist das für die Sache aber gut so. Denn bei einer derart komplexen und teuren Grundsatzentscheidung müssen Emotionen ganz einfach außen vor bleiben. Wenn Esslingen 20 Millionen Euro für eine neue Bücherei ausgeben will, muss gewährleistet sein, dass eine perfekte Lösung gefunden wird. Auch wenn es manchem schwer fallen mag: Ein Neubau bietet sicher bessere Möglichkeiten für die Schaffung einer zukunftsfähigen Stadtbücherei als der alte Standort.

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