Die Tagebücher des Gretchen Kahn Foto: Stadtarchiv Stuttgart; Volker Naumann

Die Tagebücher des Gretchen Kahn zeichnen ein eindrucksvolles facettenreiches Bild einer jüdisch-schwäbischen Familie und gewähren Einblicke in das Leben der israelitischen Gemeinde in Stuttgart. Rainer Redies hat sie transkribiert und kommentiert und stellt sein Werk vor.

Bad Cannstatt - Zu einer Buchvorstellung mit Rainer Redies lädt das Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21, am Donnerstag, 16. März , um 19 Uhr ein. „Nicht wegzudenken aus dem jüdischen Leben Stuttgarts ist das Haus Seligmann Kahn in der Augustenstraße“, schrieb die Historikerin Maria Zelzer in den 1960er Jahren. Ein halbes Jahrhundert später sind Tagebücher aufgetaucht, die von Gretchen Kahn verfasst wurden. Im Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg geschrieben, vermitteln sie ein facettenreiches Bild einer jüdisch-schwäbischen Familie und gewähren Einblicke in das Leben der israelitischen Gemeinde in Stuttgart. Schlaglichter fallen auch auf die Gesellschafts- und Stadtgeschichte jener Zeit, wenn über Nachbarschaft, geselligen Verkehr, Militärparaden, Unfälle, öffentliche Feierlichkeiten oder das veränderte Leben in der ersten Kriegszeit berichtet wird. Rainer Redies war lange Zeit im Verlagswesen und als freischaffender Redakteur, Übersetzer und Autor tätig. Er ist Mitbegründer der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen. Zusammen mit seiner Frau Anke hat er den Tagebuchtext von Gretchen Kahn transkribiert und kommentiert.

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