Bruno Labbadia ist unter Druck. Foto: dpa/Soeren Stache

Hertha BSC steckt nach dem 1:4 gegen Werder Bremen mitten im Abstiegskampf. Und Trainer Bruno Labbadia droht das Aus.

Berlin - Bruno Labbadia schüttelte den Kopf und vergrub die Hände in den Manteltaschen. Nach dem erneuten Tiefschlag wirkte der Trainer von Hertha BSC wie verloren. Seine Zeit in Berlin läuft ab, nach dem 1:4 (1:2) im seinem vermeintlichen „Endspiel“ gegen Werder Bremen droht dem 54-Jährigen das Aus.

„Es ist eine Scheißsituation, ein Scheißgefühl“, sagte Labbadia bei Sky: „Natürlich fehlen die Argumente, uns allen. Wenn die Ergebnisse nicht da sind, ist der Trainer in der Kritik. Dass man Hiebe bekommt, ist ganz normal.“

Entscheidung gegen Labbadia soll gefallen sein

Laut Bild-Zeitung soll die Entscheidung gegen Labbadia bereits gefallen sein. Der Coach selbst wollte sich zu seiner Zukunft in Berlin nicht äußern: „Man wird zum Wohle des Vereins entscheiden.“

Hertha muss inzwischen ernsthaft den Abstieg fürchten. Der Kredit für Labbadia, der die Berliner vor einem Jahr in einer schwierigen Lage zum Klassenerhalt geführt hatte, könnte deshalb aufgebraucht sein.

In einem hektischen und kampfbetonten Spiel erzielte der Ex-Herthaner Davie Selke für Werder mit einem verwandelten Foulelfmeter das 1:0 (10.). Zehn Minuten später bekam auch Hertha einen zweifelhaften Strafstoß zugesprochen, doch der angeblich gefoulte Matheus Cunha vergab kläglich. Verteidiger Ömer Toprak besorgte nach einer Ecke per Kopf das 2:0 (29.) für die Gäste. Jhon Cordoba gelang zwar noch der 1:2-Anschlusstreffer (45.+2) für Hertha, doch Leonardo Bittencourt sorgte mit dem 3:1 (57.) wieder für klare Verhältnisse. Josh Sargent (77.) erhöhte in der Schlussphase. „Wir waren sehr effektiv“, meinte Bremens Maximilian Eggestein.

Labbadia geht bei der Aufstellung auf Risiko

Nicht nur Labbadia steht stark unter Druck. Vor dem Anpfiff hatten rund 250 Menschen auf einer bei der Polizei angemeldeten Demonstration den Rücktritt von Managers Michael Preetz und dessen großen Fürsprecher, Präsident Werner Gegenbauer, gefordert.

Labbadia ging bei der Aufstellung ein Risiko ein. Der Hertha-Coach verhalf dem erst 17 Jahre alten Linksverteidiger Luca Netz zum Startelf-Debüt, dafür strich er Angreifer Dodi Lukebakio aus sportlichen Gründen aus dem Kader. „Manchmal geht es darum, aufzuwecken und keine Angst zu haben, solche Dinge zu machen“, begründete Labbadia.

Hertha bringt sich selbst in Schwierigkeiten

Hertha brachte sich jedoch erneut selbst in Schwierigkeiten. Maximilian Mittelstädt grätschte völlig unnötig im eigenen Strafraum und traf Romano Schmid klar am Fuß - Elfmeter. Selke verwandelte mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel und feierte das Tor gegen seine ehemaligen Teamkollegen ausgelassen. Der Stürmer musste jedoch offenbar am Oberschenkel verletzt bereits nach einer halben Stunde ausgewechselt werden. 

Nach Cunhas vergebenen Strafstoß rannten die Berliner das Bremer Tor an - doch auch den zweiten Treffer schossen die Gäste nach einer Ecke. Die Berliner antworteten mit wütenden Angriffen und wurden in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit dem Anschluss durch Cordoba, der den Ball nach einer Flanke von Peter Pekarik wuchtig in die Maschen köpfte, belohnt. 

Auch nach dem Seitenwechsel setzten die Berliner angetrieben vom nimmermüden Cunha die Bremer stark unter Druck. Werder kam nur noch selten zu Entlastungsangriffen und musste in der 51. Minute den Ausfall des bis dahin so sicheren Abwehrchefs Toprak verkraften. Bremen verunsicherte das aber nicht, das Tor zum 3:1 war zudem sehenswert herausgespielt.

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