Zurzeit kann der sanierte Brunnenhof genutzt werden. Foto: Annina Baur

Der Brunnenhof hinter dem Kursaal kann wieder genutzt werden, jedoch sind noch einmal Bauarbeiten nötig. Die Wilhelmsquelle II muss in den kommenden Jahren noch saniert werden, weil die Leitungen in die jahre gekommen sind.

Bad Cannstatt - Es ist eine lange Geschichte, die Sanierung der Quellen hinter dem Kursaal. Nun ist ein vorläufiger Schlusspunkt gesetzt. Vorbei ist sie aber nicht. Denn eine Baumaßnahme steht noch aus: die Sanierung der Wilhelmsquelle II.

Rückblick ins Jahr 2010: Hinter dem Kursaal wird im Untergrund gearbeitet – an den bis in 135 Meter in die tiefe reichenden Leitungen der Wilhelmsquelle I und II sowie der Gottlieb-Daimler-Quelle. Für Laien erklärt Detlef Szlamma von den städtischen Bäderbetrieben die Notwendigkeit dieser Arbeiten so: „Die drei ineinander geführten, 70 Jahre alten Rohre sind im Lauf der Zeit undicht geworden.“ Das wiederum sei weniger ein Problem, weil das Mineralwasser aus drei Quellen sich vermische, sondern vielmehr, weil jede Quelle einen unterschiedlichen Druck hat. Damit das Wasser nicht unkontrolliert spritzt, müssen die Leitungen saniert und dabei die Rohre voneinander getrennt werden.

Doch die Bauarbeiten haben länger gedauert, und so waren erst die Rohre der Wilhelmsquelle I und der Gottlieb-Daimler-Quelle erneuert worden, als etwas Unvorhergesehenes passierte: „Weil das Dach des Kursaals einsturzgefährdet war, wurde die Quellensanierung unterbrochen, um den Großen Kursaal ungestört sanieren zu können“, sagt Szlamma. Dies sei grundsätzlich kein Problem: „Die Wilhelmsquelle II ist jetzt die einzige Quelle, die noch im alten Rohr gefasst ist.“

Man habe deshalb auch nicht gleich nach der Sanierung des Kursaals wieder eine Baustelle aufgemacht, sondern zunächst den Brunnenhof wieder hergestellt, damit dieser bei Veranstaltungen im Kursaal ebenfalls endlich wieder genutzt werden könne. Seit wenigen Wochen ist es soweit: Die Brunnen stehen an ihrem Platz und können genutzt werden.

Von außen sieht alles picobello aus, doch im Erdinneren ist nicht alles eitel Sonnenschein: „Es kann nichts passieren, doch die Quelle muss natürlich ebenfalls noch saniert werden, die Leitungen sind mittlerweile 80 Jahre alt.“ Vorgesehen sei deshalb, die Sanierungskosten von rund einer Million Euro im kommenden Doppelhaushalt anzumelden. Je nachdem, wann das Geld bewilligt werde, könne dann entweder 2018/19 oder 2020/21 mit der Sanierung der Wilhelmsquelle II begonnen werden. „Das wird rund neun Monate dauern, und für eine Weile wird die Quelle das Mineralbad Cannstatt nicht speisen können“, sagt Szlamma. Doch bis dahin könnten die Quellen hinter dem Kursaal bedenkenlos genutzt werden, um sich zu erfrischen.

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