Professor Detlef Krahé von der Universität Wuppertal nimmt Messungen in einer Leinfeldener Wohnung vor. Weitere Untersuchungen wären teuer. Foto: Lichtgut/Horst Rudel

Immer mehr Menschen in der Region leiden unter einem schlafraubenden Brummton. In Leinfelden-Echterdingen hat es jetzt Messungen gegeben. Für weitere Untersuchungen wären 10 000 Euro nötig – die Frage ist, wer bezahlt.

Leinfelden-Echterdingen - Auf den Fildern und überall in der Region melden sich immer mehr Menschen, denen ein mysteriöser Brummton den Schlaf raubt. Bei einer Initiative in Leinfelden-Echterdingen, wo es neben Stuttgart besonders viele Betroffene gibt, sind mittlerweile über 70 Opfer bekannt. „Es ist nicht mehr auszuhalten“, sagt eines von ihnen. Viele spüren den tieffrequenten Schall auch als Vibrationen.

Ein Experte der Universität Wuppertal hat jetzt auf Einladung der Betroffenen und der Stadt Leinfelden-Echterdingen in mehreren Wohnungen auf den Fildern Messungen vorgenommen. Dabei ist das Geräusch eindeutig zu erkennen gewesen. Der Fachmann, die Opfer und mehrere Stadträte halten es für sinnvoll, längere Untersuchungen zu machen, um der bisher unbekannten Quelle auf den Grund zu gehen.

Im Gemeinderat gehen die Meinungen auseinander

Die Fraktion L.E. Bürger/FDP hat beantragt, die Stadt möge 10 000 Euro für die weiteren Messungen zur Verfügung stellen. Das stößt allerdings nicht überall auf Gegenliebe. Der Technische Ausschuss schlägt jetzt vor, dass sich die Stadt mit 40 Prozent beteiligt – bis zu einer Summe von 5000 Euro. Den Rest sollen die Betroffenen selbst beisteuern. Der Gemeinderat muss Ende des Monats darüber entscheiden.

Das Phänomen tritt seit Jahren weltweit immer wieder auf. In Deutschland gibt es neben den Fildern mehrere Schwerpunkte, etwa in Steinhöring bei München, wo seit Jahren nach der Ursache gesucht wird. Die Vermutungen schwanken von Mobilfunkmasten bis hin zu Gasverdichterstationen.

Tieffrequenter Schall wird laut Experten zwar nur von fünf bis zehn Prozent der Menschen wahrgenommen, ist aber nachweislich gefährlich. „Es geht um die Gesundheit der Leute“, heißt es deshalb im Umweltamt von Leinfelden-Echterdingen. Dort denkt man darüber nach, auf Nachbargemeinden und das Umweltministerium zuzugehen.

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